Thaler: “Digitalisierung verändert die Geschäftswelt – auch in Tirol”

Die „Digitale Revolution“ ist in vollem Gange und krempelt die Welt der Wirtschaft gehörig um. WK-Vizepräsidentin und Internet-Expertin Barbara M. Thaler spricht im Interview Klartext über Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels.

Wie heftig wird die Revolution ausfallen? Welche Auswirkungen wird sie haben? Für den Standort, für die Arbeitswelt und die Jobs? Auch wenn unter Experten Uneinigkeit über das Ausmaß besteht, steht eines fest: Die „Digitalisierung“ findet statt. Heute. Jetzt.

Die „Digitalisierung“ ist deshalb in der Wirtschaftskammer Tirol eines der Schwerpunktthemen, mit dem sie sich seit geraumer Zeit intensiv auseinandersetzt. Vor diesem Hintergrund waren Unternehmer aus dem Unterland kürzlich in die FH Kufstein eingeladen, um mehr über  neueste digitale Trends und Möglichkeiten für den eigenen Betrieb zu erfahren. WK-Vizepräsidentin und Internet-Expertin Barbara M. Thaler spricht im Interview über Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels.

wirtschaft.tirol: Welche Herausforderungen sind im Zusammenhang mit Digitalisierung gegeben?

Barbara M. Thaler: Die größte Herausforderung ist vielleicht, dass das Thema in vielen  Unternehmen noch nicht angekommen ist. Manche Unternehmerinnen und Unternehmer sind der Meinung, dass die Digitalisierung sie und ihren Betrieb nicht betrifft, andere haben Berührungsängste mit der digitalen Welt. Daran müssen wir arbeiten, denn die Digitalisierung bringt für die Tiroler Wirtschaft sicher mehr Chancen als Risiken mit sich.

Wann soll man damit beginnen, sich mit der Digitalisierung zu beschäftigen?

Grundsätzlich sollte sich jedes Unternehmen mit dem Thema befassen.  Auch wenn die Prozesse im Betrieb gut funktionieren, sollte man möglich Verbesserungspotenziale ausloten, die die Digitalisierung mit sich bringen könnte. Für manche Betriebe kann das eine Veränderung in der Kommunikation bedeuten, für andere vielleicht die Optimierung ganzer Geschäftsabläufe.

 Wie geht man außerhalb von Tirol, z.B. in den USA, mit Digitalisierung um?

Da gibt es natürlich viele verschiedene  Ansätze: In großen US-Baumärkten werden die Kunden beispielsweise am Eingang von einem Roboter abgeholt und zu den entsprechenden Regalen mit den gewünschten Produkten gebracht. Außerdem gibt es natürlich laufend neue digitale Gadgets aus den USA – zum Beispiel  Ohrstöpsel, die als Echtzeit-Übersetzer dienen, wenn man die Sprache seines Gegenübers nicht beherrscht.

Gibt es auch regionale Beispiele, die aufzeigen, wie man mit Hilfe der neuen Techniken mehr für sein Unternehmen herausholen kann?

Die gibt es zur Genüge! Etwa die Tischlerei Aduis in Thiersee, die vor 18 Jahren damit begonnen hat, Holzmaterialen für den Bastelunterricht anzubieten. Heute ist Aduis Europas drittgrößte Anbieter in diesem Bereich. Das konnte nur gelingen, weil neue Vertriebsmöglichkeiten über das Internet gezielt genutzt wurden. Ein weiterer Gewinner diesbezüglich ist die Firma Riederbau in Schwoich. Sie nutzt sogenannte Virtual Reality-Brillen, um ihre Projekte zu präsentieren. Damit  müssen sich Bauherren nicht mit den zweidimensionalen Plänen begnügen, sondern können einen virtuellen Rundgang durch ihr künftiges Heim machen.

Wie können die Besucher des Vortrages die neuen Inputs in ihrem Geschäftsalltag nutzen?

Zuerst geht es geht darum, sich der Veränderungen und der damit verbunden Möglichkeiten bewusst zu werden. Dafür haben alle Teilnehmer eine Checkliste erhalten, anhand derer sie ihren eigenen Digitalisierungs-Status ermitteln können. Darauf basierend bekommen sie individuelle Anregungen zum Handeln. Denn ein Pauschalrezept für Erfolg in der Welt gibt es leider nicht.

Danke für das Gespräch.

 

» Alles zum Thema Digitalisierung auf wirtschaft.tirol

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