“Psychologie der Digitalisierung” beim Tag der Frau in der Wirtschaft

Wie funktioniert unser Gehirn? Warum nehmen wir falsche Gefahren oft ernster als echte? Frau in der Wirtschaft lud in den Congress Igls zum Thema „Psychologie der Digitalisierung – über Ängste, Denkfallen und Auswege“. Über 250 Interessierte folgten der Einladung und dem Vortrag des mehrfach ausgezeichneten und medial bekannten Experimentalphysikers Werner Gruber.

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„Wenn ich die Menschen gefragt hätte was sie wollen – hätten sie gesagt: schnellere Pferde.“ Mit diesem Zitat von Henry Ford eröffnete FiW-Landesvorsitzende Martina Entner den Tag der Frau in der Wirtschaft, der ganz im Zeichen der Digitalisierung stand. Aus Briefen werden E-Mails, aus dem Telefon ein ganzes Büro. Die voranschreitende Digitalisierung beschäftigt die heimischen Unternehmerinnen täglich und krempelt die Wirtschaft ordentlich um. „Unsere Welt befindet sich im revolutionären Umbruch. Die Veränderungen sind unaufhaltsam. In der Gesellschaft, Familie und auch der Wirtschaft“, so Entner. „Wir sind mitten in der Digitalisierung – wir können einfach nur zuschauen oder mit dabei sein – die Zukunft sind wir selbst. Doch die Grundwerte sollten trotz der Schnelllebigkeit nicht vergessen werden.“

“Wir leben jeden Tag Veränderung”

Die digitale Transformation ist Chance und Risiko zugleich. Ganze Märkte und auch Lebenswelten werden dadurch auf den Prüfstand gestellt und teils umgestoßen. „Ich bin Unternehmerin aus ganzem Herzen. Im Tourismus passiert ein Großteil der Buchungsanfragen nur noch online. Für mich ist die Digitalisierung ein Segen, auch wenn sie für manche ein Fluch ist“, erzählt WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz. Unternehmen müssen in der neuen digitalen Welt teils über ihre Grenzen gehen. „Ich habe in der Handtasche mein Büro mit dabei. Sonst könnte ich nicht vom Zillertal aus, in Wien und Brüssel arbeiten.“

Aus Schallplatten wurde iTunes, und aus dem Fernsehgerät wurde Netflix. „Wir leben jeden Tag Veränderung“, so die WKÖ-Vizepräsidentin und ermutigt die Unternehmerinnen die digitale Transformation zu leben. „Eine schöne Landschaft allein nützt uns nichts, wir müssen diese auch in die Welt tragen.“ Für Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf  haben Tiroler Unternehmerinnen beim Thema Digitalisierung teilweise weltweit die Nase vorn: „Bei den Unternehmen MedEl oder ViraTherapeutics  haben Frauen die digitalen Zügel in der Hand. Hier sehen wir: Frauen sind neugierig. Frauen haben keine Angst vor der Zukunft.“

Geht die Digitalisierung gut aus?

„Wer hat´s erfunden? – Physiker, immer!“, begrüßte der Experimentalphysiker und ORF-Science Buster, Werner Gruber, lachend die rund 250 Unternehmerinnen zu seinem Vortrag „Psychologie der Digitalisierung“ im Congress Igls. Werner Gruber ist seit 1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Physik der Universität Wien. Sein Arbeitsgebiet ist die Neurophysik und er versucht diese auch allgemein verständlich einem breiten Publikum näher zu bringen. „Wir haben eine neue industrielle Revolution. Zuerst war die Dampfmaschine, dann kam der Strom und schließlich der Computer und das Internet“, erklärt der Science Buster. „Jetzt beginnen Computer zu denken, Computer beginnen zu arbeiten. Und das ist schon etwas unheimlich.“

Die mit der Digitalisierung verbundene neue Geschwindigkeit verändert Kunden, Produkte und Geschäftsmodelle. Für den Experimentalphysiker stehen wir noch ganz am Beginn des digitalen Wandels wo noch Vieles passieren kann: „Der nächste Schritt werden selbstfahrende Autos sein. In weiterer Folge kommt dann eine künstliche Intelligenz und Dinge, die wir nicht mehr kontrollieren können. Bereits jetzt haben wir Computerprogramme die Haut- und Brustkrebs besser diagnostizieren als Menschen.“ Unsere Entscheidungen werden von irrationalen Umständen getroffen, die wir selbst nicht wirklich erklären können: „Sitzen wir in einem bequemen gemütlichen Stuhl, fallen bequeme Entscheidungen. Sitzen wir auf einem harten Sessel, treffen wir harte Entscheidungen“, erklärt der Experimentalphysiker.

Der digitale Wandel und die einhergehenden Veränderungen verunsichern viele Menschen. Neue Branchen entstehen, während Alte sich auflösen. Abschließend gab Gruber den begeisterten Unternehmerinnen deshalb noch einen Ratschlag mit auf den Weg: „Wenn ich gut bin ist es egal wie ich mein Produkt verkaufe. Da muss ich mich nicht fürchten. Denn, werte Damen, für die Menschheit wird es mit der Digitalisierung  sowieso nicht gut ausgehen. Schlussendlich werden wir von Terminatoren zerstört, aber das ist dann eine andere Geschichte.“ Mehr als 250 Tiroler Unternehmerinnen genossen lachend den Abend mit dem ORF-Science Buster und nutzten noch die Gelegenheit  zum gemeinsamen Netzwerken und Erfahrungsaustausch.


Im Bild oben: WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz, Experimentalphysiker Werner Gruber, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, FiW-Landesvorsitzende Martina Entner und FiW-Geschäftsführerin Sabine Wiesflecker (v.l.).

 

Sager von Prof. Werner Gruber, Experimentalphysiker, zur Psychologie der Digitalisierung
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