Vertrauen in Banken stabil, Skepsis bei modernen Technologien

Ist Österreich noch ein Land der Sparer? Und wie zufrieden sind die Österreicher mit ihrer Hausbank? Das „Vertrauensbarometer 2016“ zeigt: In Sachen Geldanlage haben Grundstücke und Immobilien dem Sparbuch längst den Rang abgelaufen. Das Vertrauen der Österreicher in die heimische Bankenlandschaft stagniert indes auf hohem Niveau, Unsicherheit herrscht noch bei modernen Bezahlmethoden.

Bei der Nutzung von Sparprodukten ist der seit 2011 rückläufige Trend vorerst gestoppt. Mit 49 Prozent besitzt fast jeder zweite Tiroler einen Bausparvertrag, 27 Prozent haben einen Kredit/ein Darlehen. Die niedrigen Zinsen lassen Immobilien in der Gunst der Tiroler weiter steigen: 41 Prozent sehen eine Eigentumswohnung/ein Haus als mit Abstand interessanteste Möglichkeit der Geldanlage. Das Sparbuch ist hingegen nur mehr für 18 Prozent der Tiroler relevant.

„Das Interesse am Sparbuch ist gering, aber nutzen tut es fast jeder. Die Österreicher sind nach wie vor fleißige Sparer“, unterstreicht Ursula Swoboda von GfK Austria die Tatsache, dass 79 Prozent der Tiroler ein Sparprodukt besitzen. Die Banken seien jedoch aufgefordert, den Kunden attraktive Alternativen anzubieten und ihnen die Unsicherheiten bezüglich Fonds oder Aktien zu nehmen.

Quelle: GfK Austria, Vertrauensbarometer WK Tirol 2016

Quelle: GfK Austria, Vertrauensbarometer WK Tirol 2016

Vertrauen dank persönlichem Kontakt

Trotz teils bescheidener Zinserträge sind die Österreicher nach wie vor mit ihren Banken zufrieden (88 Prozent), auch das Vertrauen in die eigene Hausbank ist seit 2013 auf stabilem Niveau: 63 Prozent vertrauen ihrer Bank eher oder sehr, nur 14 Prozent haben eher kein bzw. gar kein Vertrauen. Beim Vertrauen in die Banken im Allgemeinen bestehe noch Luft nach oben: „Die Unsicherheit ist noch da, auch wenn in Tirol das Vertrauenslevel höher ist als in Wien. Mit Information können regionale Banken gut punkten, das sehen wir in vielen kleinen Gemeinden, wo der persönliche Kontakt noch gelebt wird“, so Swoboda.

Zurückhaltung bei FinTechs

Befragt nach FinTechs zeigt sich, dass nur ein Zehntel der Österreicher offen gegenüber diesem Unternehmenstyp ist, zwei Drittel der Befragten kennen den Begriff nicht, oder wollen ihre Bankangelegenheiten auch weiterhin nur mit ihrer eigenen Bank erledigen. Zurückhaltend zeigen sich die Österreicher auch bei modernen Bezahlmethoden. Nur vier von zehn Befragten halten die Sicherheitsstandards bei mobilem Banking eher oder zur Gänze erfüllt. Weniger Vertrauen herrscht beim kontaktlosen Bezahlen mittels NFC-Methode (33 Prozent) und so genannten Peer-to-Peer Überweisungen (20 Prozent). Generell zeigen sich junge Personen unter 29 Jahren offener gegenüber diesen Methoden.

Aufklärung zu schaffen und Sicherheitsaspekte zu kommunizieren, sind deshalb für Harald Wanke, Obmann der Sparte Bank und Versicherung, die Aufgaben der Zukunft: „Für uns Tiroler Regionalbanken heißt das, den Spagat zwischen modernen Technologien und persönlichem Beratungsangebot zu schaffen. Denn für die wirklich wichtigen Fragen rund um’s Geld werden die Tiroler auch weiterhin den direkten Kontakt in der Bank ihres Vertrauens suchen.“

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!