TheALPS: Wintertourismus auf dem Prüfstand

Wo steht der Wintertourismus im Alpenraum und wohin kann, soll, muss er sich entwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Studie, dessen Ergebnisse am Mittwoch beim „TheALPS Media Summit“ in Innsbruck präsentiert wurden.

Wie die Studie mit dem Namen „Winterreisen in die Alpen“ zu Tage förderte, entfallen bei 48,2 Millionen Skifahrern rund 45 Prozent der weltweiten Skifahrertage, nämlich 158 Millionen, auf die Alpenländer Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und die Schweiz. Mehr als ein Drittel davon, etwa 51 Millionen Skitage, werden in der Alpenrepublik absolviert.

Der Wintertourismus ist ein wichtiges Zugpferd im Alpenraum. In den untersuchten Regionen macht die Wintersaison in etwa die Hälfte der jährlichen Wertschöpfung im Tourismus aus. In Tirol sind es sogar 58 Prozent. Das winterliche Tourismusgeschäft ist und bleibt daher ein wichtiger Bestandteil des wirtschaftlichen Lebens und sorgt für sichere Arbeitsplätze und Wohlstand.

Das Gold der Alpen?

Die Welt ist jedoch einem immer stärker und schneller werdenden Wandel unterworfen. Deshalb setzte sich die Studie auch mit der Frage auseinander, wie und in welche Richtung sich der Wintertourismus entwickeln soll. Drei wichtige Punkte hatten sich dabei herauskristallisiert: Der Wirtschaftsfaktor Schnee, die Nachhaltigkeit und eine „Verjüngung“ des Produktes Wintertourismus.

„Schnee ist das ‚Gold der Alpen‘“, sagte Hubert Siller, Professor am MCI Tourismus in Innsbruck und prognostizierte, dass das „weiße Gold“ auch in Zukunft ein „wichtiger Teil des Stimmungserlebnisses Wintertourismus sein wird.“ Der Schnee ist die Grundlage für das lukrative Geschäft in der kalten Jahreszeit und stellt den wesentlichen Erlebnisfaktor dar.

Qualität kann zu Top-Thema werden

Für eine nachhaltigere Form des Wintertourismus plädierte der Sportwissenschaftler Rolf Roth von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Zwar gebe es für die nahe Zukunft keine Prognosen, wie sich Temperatur, Niederschlag und Schneedeckendauer entwickeln werden, jedoch seien sich Forscher einig, dass bis 2100 die weltweite Temperatur um 2° Celsius ansteigen wird.

Daher wird vor allem die Suche nach Alternativangeboten für schneearme Winter und eine Verbesserung der Qualität des touristischen Repertoires eine wichtige Rolle spielen, meinte Roth. „Die Qualität des Urlaubsangebotes deshalb, weil sich der Kunde immer mehr die Frage stellen wird, wie er seinen Akku am besten aufladen kann.“ Dies gelinge am besten durch hohes Niveau des Angebotes. „Das kann zum Top-Thema in den Alpen werden“, so der Forscher.

Nie stehen bleiben, sich immer neu erfinden

Zwar hat man mit dem „Skiurlaub in den Bergen“ eine international einzigartige Marke gesetzt und auch technisch in den vergangenen Jahren stark aufgerüstet, erläuterte Harald Pechlaner von der Europäischen Akademie EURAC in Bozen, jedoch „muss man sich als Tourismuswirtschaft an das Fine-Tuning und die Weiterentwicklung des Produktklassikers machen.“

Auch habe die Expertenbefragung ergeben, dass immer engere Zusammenarbeit zwischen Touristikern, Politik und der lokalen Bevölkerung nötig ist, um das Funktionieren des wichtigen Wirtschaftszweigs in den nächsten Jahren sicher zu stellen. Hier sind, so Pechlaner, „unternehmerische Initiative, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gefragt.“

Durchgeführt wurde die Studie von Forschern aus Österreich, Frankreich, Italien, Deutschland und der Schweiz, im Auftrag von AlpNet, einem Zusammenschluss von acht alpinen Tourismusregionen, zu dem unter anderem die Tourismusregionen Tirol, Südtirol und das Trentino zählen.

» Weitere Informationen zur Studie und den Aufgaben und Zielsetzungen von AlpNet finden Sie theAlps.

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