Beton

KOMMENTAR

Was haben der “hervorragende Werkstoff” Beton und so mancher Gewerkschafter gemeinsam? Beide bewegen sich nicht.

 

Betonieren ist was für Bauarbeiter – nicht für Verhandler.

Ganz schuldlos sind eure Gewerkschafter nicht an ihrem Betonierer-Image. Mit den Worten “Beton ist ein hervorragender Werkstoff”, perlte dieser Vorwurf stets an Fritz Neugebauer, dem Ex-Chef der Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD), wie an einer Teflon-Beschichtung ab. Sein Nachfolger drehte kürzlich noch ein Stück an der Populismus-Schraube und forderte gar eine 3,5 Tage-Woche – bei “vollem Lohnausgleich”. Weltfremder geht’s nicht.

Auch eure Privatwirtschaft hat mit Gewerkschaftern zu kämpfen, die fleißig Beton anrühren. Aktuell etwa beim völlig veralteten Kollektivvertrag der Drucker, der seine Ursprünge in der Nachkriegszeit hat. Jedem halbwegs intelligenten Menschen leuchtet ein, dass heutige Technik und Arbeitsbedingungen nichts mehr mit den Zuständen in den 40er-Jahren des vorigen Jahrhunderts zu tun haben. Das mühsam adaptierte Kollektivvertrags-Relikt der Drucker hat mittlerweile 430 Seiten, 100 Seiten Lohntabellen und ist ein Albtaum für Lohnverrechner. Eure Unternehmer wollen statt des verstaubten Flickwerks einen neuen, lesbaren und praxistauglichen Kollektivvertrag verhandeln. Die Drucker-Gewerkschafter machen das, was sie am besten können: sie betonieren.

Und weil diese Betonierer-Mentalität überall im Land verbreitet ist, gibt es keine ernsthaften Reformen, sondern lähmenden Stillstand. So kommt ihr nie auf einen grünen Zweig, meint

Der Rabe


Schreiben Sie dem Raben: der@rabe.co.at

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