Gewerbe und Handwerk blickt in ungewisse Zukunft

Die Geschäfte liefen ganz passabel, die Erwartungen sind positiv, die wirtschaftlichen Prognosen bleiben jedoch lau: Das Tiroler Gewerbe und Handwerk blickt unsicher in die Zukunft – nicht zuletzt auch wegen fehlender Reformen.

Die Zahlen: Im Tiroler Gewerbe und Handwerk sind die Umsätze um 0,5 Prozent gestiegen, österreichweit musste die Branche einen Rückgang von 1,3 Prozent hinnehmen. Jedoch weist auch das nominelle Wachstum (preisbereinigt) in Tirol ein leichtes Minus aus. „Wir teilen daher den Optimismus nicht, denn die gesamtwirtschaftlichen Prognosen gehen wieder leicht zurück. Es wäre positiv, wenn am Jahresende ein reales Wachstum von wenigstens 1- 2 Prozent herausschaut“, berichtet Walter Bornett, Direktor der KMU-Forschung Austria.

Fachkräfte nach wie vor dringend gesucht

Hoffnung gibt das zu Ende gegangen 3. Quartal, fast ein Drittel der Betriebe beurteilet die Geschäftslage als „gut“. So melden vor allem Bau und Baunebengewerbe gestiegene Auftragsbestände, der Anteil von Betrieben mit Auslastungsproblemen ist von 40 auf 36 Prozent gesunken. „Aber“, so Bornett, „in konjunkturell guten Zeiten sollten eigetnlich alle Betriebe ausgelastet sein.“

Für das restliche Geschäftsjahr ist die Branche recht optimistisch. Die Betriebe wollen mehr Personal ( +2,3 Prozent) und auch Lehrlinge einstellen – bei 60.000 Beschäftigten in Tirol könnten so rund 1400 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. „Mit einem Plus von 2,5 Prozent zum Stichtag 30.09. sind wir vorläufig zufrieden. Gleichzeitig finden nach wie vor 30 Prozent der Betriebe keine entsprechenden Fachkräfte“, berichtet Sparten-GF Ludiwg Kössler. Hier bräuchte es entsprechende Maßnahmen.

Betriebsanlagenrecht gehört reformiert

Die Verlängerung des Handwerkerbonus auch im Jahr 2017 ist Gewerbeobmann Steixner ein wichtiges Anliegen. „Es sind noch knapp 9 bis 10 Mio. im Topf, die Entwicklung ist sehr gut. Unsere Betriebe bekommen mehr Aufträge, können deshalb mehr Personal und auch so manchen Lehrling mehr einstellen“, so Steixner. Ebenso fordert er von der Politik ein Umdenken im Betriebsanlagenrecht und beim Thema flexible Arbeitszeiten. Das Betriebsanlagenrecht würde Investitionen hemmen und Betriebsübergaben immer schwieriger gestalten: „Wird jedoch nicht investiert, ist Beschäftigung wiederum nicht garantiert. Für viele kleinen Betriebe ist das ein echtes Problem.“

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!