Was Feiertage die Unternehmen kosten: ein Überblick!

Allerheiligen, Mariä Empfängnis, Weihnachten – im November beginnt wieder die Zeit der Feiertage. Was die Mitarbeiter freut, bedeutet für viele Unternehmen eine besondere Herausforderung. Hier ein Überblick über die arbeitsrechtlichen Regeln.

Grundsätzlich steht Arbeitnehmern an Feiertagen laut Gesetz mindestens 24 Stunden Ruhezeit zu – es gibt aber Ausnahmen. Welche Tage als Feiertage zählen, ist im Arbeitsruhegesetz geregelt (siehe Kasten). Der 24. Dezember und der 31. Dezember sowie der Ostersonntag gelten nicht als Feiertage.

Während der Feiertagsruhe dürfen Arbeitnehmer nur dann beschäftigt werden, wenn dies ausdrücklich erlaubt ist. Etwa durch:

  • das Arbeitsruhegesetz (z.B. für Abschluss-, Reinigungs-, Instandhaltungsarbeiten)
  • eine Verordnung des zuständigen Ministers (z.B. Tourismus)
  • Verordnung des Landeshauptmannes (z.B. Fremdenverkehrsregionen) oder
  • einen Kollektivvertrag

Feiertags- oder Feiertagsarbeitsentgelt

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Feiertags- und Feiertagsarbeitsentgelt. Jeder Mitarbeiter, gleichgültig, ob er an einem Feiertag beschäftigt wird oder nicht, erhält jedenfalls das Monatsentgelt in voller Höhe. Wenn der Arbeitnehmer am Feiertag nicht arbeitet, ist mit dem Monatsentgelt auch der Feiertag abgegolten (Feiertagsentgelt).

Wer an einem Feiertag tatsächlich beschäftigt wird, erhält zusätzlich zum Monatsentgelt jede von ihm am Feiertag geleistete Stunde abgegolten. Dieses Feiertagsentgelt berechnet sich nach dem normalen Stundensatz. Arbeitet der Arbeitnehmer allerdings mehr als die normalerweise für diesen Wochentag vorgesehene Arbeitszeit, liegt Überstundenarbeit vor.

Beispiel 1: Ein Mietwagenlenker arbeitet regelmäßig von Montag bis Freitag. Er ist an Allerheiligen, das dieses Jahr auf einen Dienstag fällt, fünf Stunden im Dienst. Neben dem Feiertagsentgelt, also dem ungekürzten Monatsbezug, erhält der Mietwagenlenker die an Allerheiligen geleisteten fünf Stunden mit dem Normalstundensatz abgegolten. Es kann vereinbart werden, dass der Arbeitnehmer anstelle des Feiertagsarbeitsentgelts die an einem Feiertag geleisteten Stunden als Zeitausgleich konsumiert. Einzelne Kollektivverträge sehen eine besondere Vergütung von Feiertagen vor

Feiertage und Teilzeitarbeit

Für Teilzeitbeschäftigte ist ausschlaggebend, an welchen Tagen der Arbeitnehmer üblicherweise arbeitet.

Beispiel 2: Der teilzeitbeschäftigte Büroangestellte arbeitet regelmäßig von Montag bis Donnerstag. Ist der Montag wegen eines Feiertags (z.B. Stefanitag) arbeitsfrei, bleibt das Monatsgehalt ungekürzt, obwohl der Büroangestellte in der Woche, in die der Stefanitag fällt, nur an drei Tagen (Dienstag bis Donnerstag) arbeitet.

Beispiel 3: Der teilzeitbeschäftigte Büroangestellte arbeitet regelmäßig von Dienstag bis Freitag. Ist der Montag wegen eines Feiertags arbeitsfrei, bleibt das Monatsgehalt ebenfalls unverändert. Der Büroangestellte muss in der Woche, in die der Stefanitag fällt, wie sonst auch an vier Tagen (Dienstag bis Freitag) arbeiten. Ein zusätzlicher Entgeltanspruch für den Feiertag besteht nicht.

Die Verteilung der vereinbarten wöchentlichen Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage, der Beginn und das Ende der täglichen Arbeitszeit sowie die Dauer und Lage der Pausen ist zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu vereinbaren. Eine zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer getroffene Arbeitszeitvereinbarung kann daher vom Arbeitgeber nicht einseitig, zum Beispiel zur Umgehung der Feiertagsentlohnung, abgeändert werden.

Freier Tag an einem Feiertag

Die aktive Beteiligung der Arbeitnehmer am Zustandekommen der konkreten Arbeitszeiteinteilung ist auch im Falle von Feiertagen bindend. Ist der Arbeitnehmer damit einverstanden, dass die vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit auf bestimmte Werktage verteilt wird und somit sein freier Tag auf einen Feiertag fällt, wirkt sich der Feiertag nicht auf die Höhe des Entgelts aus.

» Link: Arbeits- und Sozialrecht der Wirtschaftskammer Tirol

 

Feiertage in Österreich
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