50.000 Schüler stürmen heuer erstmals Tirols Pisten

Seilbahnfachleute aus Deutschland, Schweiz und Österreich tagen heute in Innsbruck. “Die Zukunft des Wintersports”, so das Motto, wird rosig sein – wenn es noch besser gelingt, den Nachwuchs wieder auf die Pisten zu bekommen. Tirol ist das Vorbild.

“Die Zusammenarbeit vor allem mit den Schulen ist gut, wir haben Zuwächse bei den 14 bis 19-jährigen und werden heuer erstmals über 50.000 Schüler im Rahmen der Skisportwochen kostenlos auf die Pisten bringen”, skizziert Franz Hörl, Tirols und Österreichs oberster Seilbahner, die Situation im Land.

Dennoch: die Demografie verändert die Strukturen, das Verhalten der Gäste mit dem Trend zu Kurzreisen und der Lust nach Abwechslung ebenfalls. “In Deutschland etwa stehen 6,6 Millionen regelmäßig auf Skiern”, weiß der Präsident der deutschen Seilbahnen, Peter Schöttl. Eine aktuelle Studie der Manova GmbH im Auftrag der Seilbahnverbände der drei Länder beziffert das Potenzial an interessierten Nicht-Skifahrern auf 11,6 Millionen Personen.

Wintersport von morgen heute fördern

Im Rahmen einer gemeinsamen Initiative will man vor allem die Jungen für den Skisport begeistern. In der Schweiz wurden dafür schon wichtige Vorarbeiten geleistet. Die Ausgangslage war dafür nicht einfach, wie Dominique de Bauman, Präsident der Schweizer Seilbahnen, berichtet. “In der Schweiz ist die Zahl der Skifahrer von 2008 bis 2016 um 26 Prozent zurückgegangen. Das ist eine sportliche Realität mit dramatischen wirtschaftlichen Auswirkungen.” Inzwischen liegen Zahlen vor, nachdem die Auswirkungen nicht nur auf die Bergregionen beschränkt sind. “Wir haben inzwischen Zahlen vorliegen, dass das auch Auswirkungen auf den Rest des Landes hat. Deshalb gibt es bei uns eine große Solidarität, den Wintersport auf jeden Fall so stark wie er ist zu erhalten”, sagt de Bauman.

Die Wintersportler von morgen zu fördern ist das zentrale Anliegen der Seilbahner in Österreich, Deutschland und der Schweiz. In der Schweiz setzt man auf die Initiative Go Snow, die Schulen und Lehrer bei der Organisation von Skisportwochen tatkräftig unterstützt. Bei den Nachbarn im Norden geht man einen ähnlichen Weg und nimmt Schulen einen großen Teil der Organisation ab. Hier will auch Franz Hörl ansetzen. “Ich bewundere jeden Lehrer, der hier Verantwortung und Initiative übernimmt. Deshalb müssen wir auch bei uns den Lehrern das nötige Rüstzeug mitgeben.” Auf politischer Ebene glaubt Hörl nicht an (schnelle) Wunder bzw. die Wiedereinführung von verpflichtenden Skisportwochen: “Bei uns passiert das in einem beherrschbaren Tempo!”

 

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