Elisabeth Gürtler: „Immer erneuern, ändern, loslassen.“

Elisabeth Gürtler bei ihrem Besuch in der WK Tirol mit Jürgen Bodenseer, Patrizia Zoller-Frischauf und Martina Entner.

WK Präsident Jürgen Bodenseer, Ex-Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und FiW-Landesvorsitzende Martina Entner. Foto: WKT

In der Vortragsreihe „Goldrichtig“ durfte die Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, Martina Entner, wieder eine großartige Unternehmerin auf die Bühne bitten: Die ehemalige Sacher-Chefin und Opernball-Organisatorin Elisabeth Gürtler.

Elisabeth Gürtler, ehemalige Chefin des Hotel Sacher, gilt als Powerfrau für jedes Einsatzgebiet. Sie war Opernballorganisatorin, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer und Vizestaatsmeisterin im Dressurreiten. Heute ist sie Besitzerin des Hotel Astoria Relax & Spa Resort in Seefeld und leitet die Spanische Hofreitschule in Wien. Eine bemerkenswerte Karriere.

Gürtlers Vater war Importeur von Nobelmarken wie Sprüngli oder Lindt, doch das Unternehmertum war ihr, wie sie selbst sagt, nicht in die Wiege gelegt. „Ich wollte eigentlich nur reiten. Doch dafür brauchte ich natürlich Geld“, erzählt die stilsichere Wienerin. „Und wenn man jung ist hat man kein Geld. Also musste ich etwas leisten, um mir den Reitsport finanzieren zu können. Und so bin ich in die Fußstapfen meiner Eltern getreten.“ Elisabeth Gürtler machte einen Abschluss in Welthandelsstudien und darf sich seither als Frau Diplomkaufmann betiteln „Ein Titel der einen viel älter macht als man wirklich ist“, so die Hotelchefin lachend.

Von heute auf morgen Sacher-Chefin

Zu den Sacher-Hotels kam Elisabeth Gürtler 1990 fast wie die Jungfrau zum Kind. Nach dem Tod ihres Ex-Mannes waren ihre beiden Kinder die Erben, jedoch noch minderjährig. Also musste sie einspringen und sich um das Sacher-Reich samt Beteiligungen kümmern. Elisabeth Gürtler, die damals noch keine Erfahrungen in der Leitung eines Hotels hatte, änderte das Management und das Sacher kam dank ihrer Führung aus den Negativschlagzeilen. Gürtler prägte Österreichs wahrscheinlich berühmtestes Hotel, ein touristisches Nationalheiligtum. “Wenn man alles so lässt wie es war ist es sehr bequem. Man muss immer einiges erneuern, ändern und loslassen.”

Elisabeth Gürtler war und ist eine höchst engagierte Person und dies wurde mit vielen Auszeichnungen honoriert. Ihr Tag beginnt in den frühen Morgenstunden und endet selten vor 22 Uhr. „Frauen üben den Job immer ein bisschen anders aus als Männer. Wir Frauen gehen in unserem Job einfach ganz anders auf und entscheiden meist ein wenig emotionaler.“ So gibt es Dank ihrer Durchsetzungskraft und ihrem Entscheidungswillen mittlerweile die erste Bereiterin an der Spanischen Hofreitschule. Damit hat sie eine hunderte Jahre alte Tradition gebrochen. „Am Anfang war das für viele unvorstellbar. Doch die Bereiterin hat sich durch ihren Fleiß und ihre Bemühungen in die Herzen ihrer männlichen Kollegen gearbeitet und wird voll akzeptiert.“

Astoria Spa & Relax als neue Herausforderung

Mittlerweile hat sich Gürtler aus den operativen Geschäften der Sacher-Gruppe zurückgezogen. „Ich habe 25 Jahre für meine Kinder gearbeitet. Die nächste Generation hat oft andere Vorstellungen. Für ein gutes Familienklima hält man sich dann besser aus den Geschäften raus“, erzählt sie schmunzelnd aber doch ernst. Jetzt ist sie dabei in das Hotel ihres Vaters, dem Astoria Spa & Relax in Seefeld zu investieren, wo sie auch ihre ersten fünf Lebensjahre verbracht hat. „Das ist für mich eine große Herausforderung. Denn hier haben mehr die Emotionen entschieden, als der Verstand. Und das ist nicht immer gut.“ In Tirol fühlt sich die Wienerin sehr wohl. „Hier herrscht eine harte aber herzliche Mentalität. Besonders im Tourismus merkt man überall die Einflüsse der Frauen – egal ob bei der Dekoration oder der gastlichen Freundlichkeit, die die Urlauber so gern mögen. Das ist schön.“

 

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