Schennach-Moden: Strick mit Tradition und tiefen Wurzeln

Ein Familienbetrieb wird weitergegeben von Generation zu Generation, mit viel Tradition und tiefen Wurzeln. Über die Jahre sind Geschäftsbeziehungen gewachsen, es gibt treue Kunden. Die Rede ist von „Schennach Moden“ in Ehrwald.

Bei der Familie Schennach war die Übergabe ein schleichender Prozess. Anfang 2016 übernahm die 21-jährige Nina Schmid von ihrer Großmutter Gisela Schennach das Strick- und Textilwarengeschäft. Die junge Firmeninhaberin bewies schon im zarten Alter von fünf Jahren ihr Verkaufstalent und verbrachte regelmäßig ihre Freizeit in Omas Laden. Beide Seiten wollten das so. „Aber beide brauchten auch ein dickes Fell“, sagen sie rückblickend. Natürlich gab es auch mal Streit. Es gehe nicht alles glatt, wenn eine 20-Jährige von einer 75-Jährigen die Firma übernehme. Reden in der Familie hat geholfen. Zum Beispiel bei der Festlegung des neuen Firmenslogans „Glücksgriff“.

„Familienunternehmen bewegen sich in einem stetigen Konfliktfeld zwischen Firma, Familie und Eigentum“, sagt Wolfgang Winkler, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer. Er berät Familien, die ihre Firma an die nächste Generation weitergeben. Oft gibt es viel Machtgerangel. Dabei müsste man eher stolz sein, wenn eine Tochter oder ein Sohn den elterlichen Betrieb weiterführen will. Denn Familienunternehmen suchen vielfach dringend Nachfolger und kümmern sich zu spät darum. Damit Jung und Alt den Prozess gut meistern, braucht es klare Absprachen und auf beiden Seiten die Bereitschaft, auch mal zurückzustecken. Und es ist nichts für Hektiker: Eine Übergabe geht oft über viele Jahre.

Positive Bilanz

Nina Schmid zieht nach knapp einem Jahr seit der Übergabe ein positives Resümee: „Ich wurde von meiner Familie toll unterstützt, konnte den Geschäftsraum nach meinen Ideen umbauen und Neukunden gewinnen – ich konnte meinen Traum von der Selbstständigkeit verwirklichen.“ Auch die Übergeberin, Oma Gisela, zeigt sich stolz: „Nina macht die Sache sehr gut – unsere Stammkunden halten uns weiterhin die Treue.“

Familienunternehmen sind die wichtigste Wirtschaftsform in Österreich. Je nach Definition gehören zwischen 80 und 90 Prozent aller Unternehmen dazu. Die Bandbreite der Familienunternehmen reicht vom kleinen Handwerksbetrieb bis hin zum weltweit erfolgreichen Großkonzern. Am häufigsten sind Familienunternehmen jedoch in der Größenklasse der Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern sowie im Tourismus, im Bauwesen und der Produktion anzutreffen.

Opa Harald Schennach unterstützt seine Enkelin nach Kräften.

Auch Opa Harald Schennach unterstützt seine Enkelin nach Kräften. Foto: Winkler

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