Feuchter Sommer brachte Bäderbetriebe ins Schwitzen

Kühl, nass und gewittrig – dann wieder tropisch heiß! Ein durchwachsener Sommer liegt hinter uns. „Im Vergleich zum Vorjahr musste ein gravierender Einbruch der Besucherzahlen bei den Freibädern verzeichnet werden. In der Gesamtübersicht liegt der heurige Sommer jedoch nur knapp unter dem Durchschnitt“, erklärt Karlheinz Bader, Obmann des Bäderausschusses.

„Nach einer ausgezeichneten Wintersaison sind wir mit großer Euphorie in diesen Sommer gestartet. Die Bäderlandschaft in Tirol ist sehr gut aufgestellt, doch leider gibt das Wetter die Richtung vor und dagegen haben wir noch kein Mittel gefunden“, zieht Josef Fiegl, Obmann der Tiroler Bäder, eine nüchterne Bilanz. Trotzdem: Der Umsatz weist ein geringes Plus von 0,97 Prozent auf und liegt etwas über 10 Millionen Euro, aber bei den Besuchern müssen die Betriebe ein Minus von mehr als 15 Prozent verkraften. Unbeständiges Wetter und viel Regen dämpften die Badefreude vor allem bei den Freibädern, während die Erlebnisbäder mit einem blauen Auge davongekommen sind. Und: Die 2-Millionen-Besuchermarke konnten die Bäder knacken!

Höchste Priorität: Sicherheit

Josef Fiegl ist sich jedoch sicher: „Trotz des mäßigen Sommers ist die Liebe zu den Tiroler Bäder nicht gesunken. Auch dieses Jahr sind bei schönem Wetter viele Besucher in die Bäder geströmt. Sie wissen, es gibt ein tolles Angebot, die Hygiene passt und die Sicherheit ist gegeben.“ Das Thema Sicherheit stand auch im Mittelpunkt der diesjährigen Befragung in Tirols Bädern. „Die Menschen fühlen sich in unseren Bädern generell sehr sicher und sind mit den allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen vollkommen zufrieden. Wir haben in allen Bäderbetrieben topausgebildetes Personal und die Sicherheit steht an oberster Stelle. Im Großen und Ganzen war der Badesommer heuer sehr ruhig“, betont Fiegl. Kampagnen, die auf Untugenden in Schwimmbädern aufmerksam machen und Tipps zum richtigen Verhalten in Bädern liefern, sensibilisieren die Badegäste von Jahr zu Jahr mehr. Das Duschen vor dem Benutzen des Beckens und die gegenseitige Rücksichtnahme stehen dabei ebenso am Programm wie das richtige Verhalten bei den Sprunganlagen.

Aktuelle Bilanz

59 Bäderbetriebe haben sich an der aktuellen Umfrage der Wirtschaftskammer beteiligt. 39 Betriebe (66 Prozent) schätzen ihre Situation schlechter ein als im Vorjahr. Nur 11 geht es besser als im Jahr 2015. Hier zeigt sich ein klarer Unterschied zwischen Freibädern auf der einen und Erlebnis- sowie Hallenbädern auf der anderen Seite: Während die Freibäder fast geschlossen über eine schlechtere Saison klagen, freut sich die Hälfte der „Kombi-Bäder“ über ein besseres Geschäft. Die Gäste konnten je nach Wetterlage entscheiden, ob sie den Außen- oder den Innenbereich z.B. mit Sauna etc. nutzen wollen.

Die Eintrittspreise bei den Erwachsenen sind um 6,3 Prozent von 7,19 auf 7,64 Euro gestiegen – bei den Kindern um 7,3 Prozent auf 4,73 Euro. Es gibt aber auch Erfreuliches zu berichten. Der Erlös je Badegast ist um mehr als 19 Prozent gestiegen – um 0,85 auf 5,32 Euro.

Erfolgreicher Mystery-Check

Tirols Bäderbetriebe wurden auch im heurigen Sommer einem Mystery-Check unterzogen. „Mit einer Gesamtbeurteilung von 1,3 (Schulnotensystem) kann sich die Badelandschaft in Tirol sehen lassen“, präsentiert IMAD-Geschäftsführerin Barbara Traweger-Ravanelli die Ergebnisse. Die Topbewertung von 1,1 erhielten in diesem Jahr jeweils die Kriterien KassamitarbeiterInnen, Badeaufsicht und Sauberkeit vor dem Bad. Vor allem die Freundlichkeit und Kompetenz des Bäderpersonals wurden dabei hervorgehoben. Die meisten Bäder bieten neben Schwimm- und Abkühlmöglichkeiten ein ausreichendes und ansprechendes gastronomisches Angebot und Spielmöglichkeiten. „So konnten die Gäste einen besonders abwechslungsreichen Badespaß genießen“, freut sich Traweger-Ravanelli.

Baggersee 2016

Bernhard Wanner, Fachgruppengeschäftsführer der Tiroler Bäder, Josef Fiegl, Obmann der Tiroler Bäder und Karlheinz Bader, Obmann des Bäderausschusses (v.l.), freuen sich, dass die Bilanz nicht verregnet ausfiel. Foto: WKT

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