Entner: „Standort Schwaz gemeinsam weiterentwickeln!“

Schwaz ist der tourismusintensivste Bezirk Tirols mit 8,9 Millionen Nächtigungen im Jahr. Der Standort bietet aber auch gute Bedingungen für Gewerbe- und Industriebetriebe. Die Voraussetzungen unter denen Martina Entner die Führung der WK-Bezirksstelle von Franz Hörl übernimmt sind also durchwegs positiv.

Wie sich die 38-jährige Inhaberin des Hotel Entners am See in Pertisau die künftige Entwicklung des Bezirks vorstellt und welche Schwerpunkte sie als neue Obfrau setzen will, erklärt sie im Gespräch mit wirtschaft.tirol.

INTERVIEW

wirtschaft.tirol: Frau Entner, was war ihre Motivation, diese neue Funktion zu übernehmen und als Nachfolgerin von Franz Hörl die neue starke Stimme für die Unternehmerinnen und Unternehmer im Bezirk zu sein?

Entner: Schwaz ist ein Standort mit besonderen Qualitäten: Innovative Kleinbetriebe, engagierte Familienunternehmen und starke Leitbetriebe sorgen für ein krisensicheres wirtschaftliches Netzwerk. Allerdings brauchen die Unternehmer wieder mehr Freiräume. Denn es ist absurd, wenn die Politiker einerseits die steigenden Arbeitslosenzahlen beklagen, es den Betrieben auf der anderen Seite aber immer schwerer machen, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Unternehmer brauchen mehr Luft, dann werden sie auch weiterhin etwas unternehmen. Und genau dafür möchte ich mich in meinem Heimatbezirk, dem ich sehr verbunden bin, ganz besonders einsetzen.

Worin sehen Sie in naher Zukunft die größten Herausforderungen für den Standort Schwaz?

Der Bezirk ist zum Glück ein wachsender Bezirk. Dazu tragen die Betriebe mit ihrer Investitionsbereitschaft, mit persönlichem Risiko, mit ihrem Glauben an den Standort und mit ihren Mitarbeitern viel bei. Dadurch steigt aber auch der Arbeitskräftebedarf im Bezirk. War es früher der Tourismus allein, haben jetzt fast alle Branchen und das nicht nur in den gewerblichen Betrieben, Schwierigkeiten Fachkräfte zu bekommen. Diesen Mangel müssen wir bestmöglich bekämpfen und gleichzeitig dafür sorgen, dass es wieder deutlich attraktiver wird, Geld mit fleißiger Arbeit zu verdienen, anstatt Arbeitslosengeld zu beziehen.

Wie muss dieses Problem aus Ihrer Sicht angegangen werden?

Schnelle Lösungen wird es aufgrund des Geburtenrückgangs nicht geben. Ausländerbeschäftigungen brauchen wegen der Flüchtlingssituation gewisse Prüfungen. Wir brauchen aber trotzdem Lösungen. Die Betriebe haben jetzt Aufträge und müssen diese jetzt abarbeiten. Dazu schwebt mir vor, dass Arbeitslose vom AMS effizienter und nach dem Bedarf der Betriebe noch zielgerichteter geschult werden. Und es sollte das Vermittlungsverfahren verbessert werden.
Eine bessere Vorauswahl durch das AMS könnte den Betrieben Ärger und auf beiden Seiten Emotionen ersparen. Mir ist eine gute Partnerschaft zwischen den Betrieben und dem AMS sehr wichtig. Darin sehe ich für die Zukunft im Bezirk eine große Chance, vor allem aber noch Potenzial, auch bei der Suche und Vermittlung von konkreten Fachkräften aus dem Ausland. Fest steht: Wir müssen den Wirtschaftsstandort Schwaz gemeinsam weiterentwickeln.

Wie beurteilen Sie in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit den Behörden im Bezirk?

Die Zusammenarbeit zwischen der BH und den Betrieben im Bezirk Schwaz ist grundsätzlich gut. Das haben zuletzt bei einem Gipfeltreffen auch Unternehmer wie Herbert Empl und der Seniorchef der Firma Leitner, Michael Seeber, bestätigt. Nichts desto trotz, sollte bei behördlichen Entscheidungen wieder mehr der Unternehmer als Mensch und das unternehmerische Schicksal dahinter im Vordergrund stehen. Wir haben in Schwaz mit Michael Brandl einen neuen Bezirkshauptmann. Ich bin auch neu in meiner Funktion. Ich sehe darin eine Chance. Es tut sicherlich gut, wenn zwei neue Kräfte wieder neuen Schwung in das Miteinander bringen.

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