Goran Huber: Das Abenteuer Kaffee

Vom Personenschützer zum Kaffeebotschafter. Goran Huber packt auf der Suche nach den neuesten Trends nicht nur auf der Plantage an, in seinem Kaffee-Institut gibt er sein Wissen auch an den Nachwuchs weiter.

„Das ist mein wichtigstes Reiseutensil”, sagt Goran Huber und stellt lachend eine große Flasche Mückenspray auf den Tisch in seinem Kaffee-Institut – neben eine Tasse dampfenden, frisch zubereiteten Espresso. Gerade von einer Dienstreise aus Kroatien zurückgekehrt, bleibt der Unternehmer gerade einmal für zwei Tage in Tirol, ehe sein Flugzeug Richtung Brasilien abhebt.

„Ich werde wieder komplett zerstochen zurückkommen. Dennoch will ich bei meinen Reisen auf den Plantagen mitanpacken. Wer ein Produkt, die Bauern, den Anbau der Bohnen wirklich verstehen will, der muss es selbst erleben”, betont Huber und ergänzt: „Stiefel und lange Hosen stehen bereit.”

Goran Huber

Goran Huber packt auf den Kaffeeplantagen dieser Welt selbst mit an. Foto: Goran Huber

So richtig „Klick” gemacht, erzählt der Kaffeeexperte, „hat es bei meiner ersten Reise 2003 nach Costa Rica. Ich habe erlebt, wie die Bohnen geerntet und verarbeitet werden und konnte dies mit meinem Wissen verbinden. Seitdem bin ich dieser kleinen braunen Bohne verfallen. Kaffee ist nicht nur mein Leben, er ist meine Leidenschaft.” Eine Leidenschaft, die er gerne teilt.

2007 gründete er in Neu-Rum das Goran Huber Kaffee-Institut, mit dem Ziel, sein Wissen weiterzugeben und die Kaffeequalität zu verbessern. Hier schult der mehrfache österreichische Barista-Meister den Nachwuchs und will Bewusstsein für Kaffee schaffen. „Dafür ist es wichtig, dass ich produktneutral arbeiten und meinen Schülern bei Rohsorten und Maschinen immer die neuesten Trends und Entwicklungen aufzeigen kann”, erklärt Huber und blickt sorgenvoll zu seinem 1,5 Meter hohen Kaffeebaum – das Herzstück seines Institutes. „Wir pflegen und hegen ihn Tag und Nacht, aber es ist nicht einfach für diese Pflanze in unseren Breitengraden.”

Von der Polizei zum Kaffee

Vom Personenschützer zum Kaffeepapst. Eine ungewöhnliche Entwicklung. „Ja, das stimmt wohl”, meint Huber und lacht. „Als ich ein Kind war, hat meine Mutter schon Rohkaffee importiert und daheim in einer Pfanne im Backofen geröstet. Aber damals wusste ich noch nicht, wie sehr mich dieses Produkt später einmal prägen wird.” Es war die Liebe, die den gebürtigen Kroaten von Deutschland nach Tirol führte. „Ich war auf der Suche nach einer Arbeit und fing bei einer Kaffeerösterei an. So kam eines zum anderen.” Und die Mission Tirol zu einem Kaffeeland zu machen nahm ihren Anfang.

Auch wenn Österreich in Sachen Kaffeekultur noch lange nicht Italien ist, es hat sich, auch dank Hubers Initiativen (etwa die Tiroler Barista-Meisterschaften, die er ins Leben rief), einiges getan. „Man kann nur können, was man lernt”, ist der Wahltiroler überzeugt. Und so wie seine Schüler oder die Unternehmen, die er berät, muss sich auch Huber stets weiterbilden und sich bei seinen Reisen auf die Suche nach den neuesten Entwicklungen machen, Kontakte pflegen und über die Auswirkungen von Klimawandel, Krankheiten etc. auf die Kaffeepflänzchen informiert sein.

„Vollkommen egal ob Espresso oder Filterkaffee – das Geheimnis liegt in der richtigen Zubereitung!”

Goran Huber

„Das Geheimnis eines guten Kaffees liegt in der richtigen Zubereitung. So kann etwa ein Filterkaffee am Morgen, wenn er gut zubereitet wird, genauso gut schmecken wie ein Espresso.” Und Huber muss es wissen. Denn zum Frühstück bereitet er sich traditionell einen leichten Filterkaffee – handgemahlen und in einer Aromakanne aufgebrüht. „Apropos Kaffeemühle”, sagt der Experte und holt ein antikes Gerät hervor. „Diese Prachtstück habe ich kürzlich auf einem Trödelmarkt am Reschenpass erstanden. Sobald ich sie geputzt habe, erhält sie hier in meinem kleinen Reich einen Ehrenplatz”, meint Huber und lässt seinen Blick über Röst- und Kaffemaschinen, Mühlen und Rohkaffees aus aller Welt schweifen.

» Mehr zu Goran Huber gibt es auf der Homepage seines Kaffeeinstituts.

Galerie:

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!