Warum 600 zusätzliche Betten für Innsbruck zu viel sind

Das geplante Hotel-Großprojekt der Hotelkette Motel One in Innsbruck sieht Mario Gerber, Hotellerie-Sprecher in der WK Tirol, eher skeptisch: “600 zusätzliche Betten auf einen Schlag bringen die Struktur der Innsbrucker Hotellerie massiv aus den Fugen“, ist Gerber überzeugt.

Innsbruck hat mit rund 70 Prozent Auslastung über das ganze Jahr sicher noch Möglichkeiten, mit den bestehenden Betten zu wachsen – eine maßvolle und nachhaltige Erweiterung der Bettenkapazität, einhergehend mit einem weiteren Ausbau des kulturellen, sportlichen Angebotes und des Kongresstourismus ist sicher sinnvoll und unterstützenswert. Das Engagement von „Motel One“ sieht Gerber deshalb auch grundsätzlich sehr positiv, „weil es zeigt, dass Innsbruck und Tirol ein interessanter Standort ist.“

Neue Betten bedeuten aber leider nicht immer neue Gäste, sondern können sehr rasch zu einem schmerzvollen Verdrängungswettbewerb führen. „Bei einer derartigen Kapazitätserweiterung wird der Markt sicher ins Trudeln geraten“, ist Gerber überzeugt und verweist auf Beispiele in anderen Städten. In Hamburg bietet „Motel One“ aktuell Zimmer ab 61 Euro, in Wien ab 71 Euro und in München ab 59 Euro an und liegt dabei weit unter den Durchschnittspreisen der vergleichbaren Hotellerie in Innsbruck. „Daher rechne ich auch damit, dass die Preisentwicklung nach unten gehen würde, was gerade im Hinblick auf die stetig steigenden Kosten und Aufwände alles andere als positiv wäre“, erklärt Gerber.

Gerber erwartet verantwortungsvolle Entscheidung seitens der Stadt

Dem Obmann der Tiroler Fachgruppe Hotellerie, der selbst im TVB Innsbruck engagiert ist, geht es nicht darum, Mitbewerber zu verhindern. Es geht vielmehr darum, die drohenden Gefahren und damit verbundenen Risiken zu erkennen und dementsprechend zu handeln. Gerber dazu: „Ich gehe davon aus, dass die Politik die Gesamtsituation in Innsbruck entsprechend analysiert und darauf aufbauend eine Entscheidung trifft, welche die ansässigen Betriebe nicht brüskiert und trotzdem Wachstum fördert.“

Gerber ist selbst Hotelier und kann die Sorgen und Ängste der Innsbrucker Hotellerie und des TVB Innsbruck daher gut nachvollziehen. Deshalb appelliert er an die Verantwortlichen in der Stadt Innsbruck: „Es geht nicht darum irgendjemanden zu schützen oder den Markt zu blockieren. Sondern es geht um eine mutige und verantwortungsvolle Entscheidung, die die Weichen für eine weiterhin erfolgreiche touristische Entwicklung in Innsbruck stellt.“

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