Brasilien nach Rezession im olympischen Aufwind

Erfolge, wie sie derzeit Athleten aus aller Welt in Rio de Janeiro feiern, kann auch Brasiliens Wirtschaft wieder verzeichnen. Nach der tiefen Rezession geht es seit einigen Monaten aufgrund des politischen Wechsels wieder kontinuierlich aufwärts.

Bei den 28. Olympischen Spielen trifft sich die Welt: Bis zum 21. August werden mehr als 10.500 Athleten in 28 Sportarten gegeneinander antreten. 21.000 Medienvertreter beobachten und berichten über das sportliche Highlight des Jahres.

Auch aus Österreich reisen viele Gäste an – nicht nur Sportler, Betreuer und Fans, sondern auch Wirtschaftstreibende. Sie nützen das Umfeld und die positive Stimmung der Spiele, um neue Kontakte zu knüpfen und Geschäfte zu machen. Dabei treffen sie auf ein Land, das in den letzten Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise steckte. „Mit dem politischen Wechsel an der Spitze Brasiliens geht es jetzt aber wieder aufwärts“, erklärt der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Sao Paulo, Ingomar Lochschmidt.

Rezession in Brasilien geht zurück

Seit Mai gehen die Wirtschaftsdaten Brasiliens wieder nach oben. Wurde Anfang des Jahres noch ein Rückgang der brasilianischen Wirtschaftsleistung um minus vier Prozent prognostiziert, liegt man heute bei minus 3,2 Prozent. Lochschmidt: „Und wir sehen den Trend, dass es auch in den nächsten Monaten bei jeder Prognose nach oben geht.“ Auch der Wert des brasilianischen Real legte in den letzten Monaten wieder um 20 Prozent zu. Herausfordernd
bleiben die hohe Arbeitslosigkeit und die hohen Bankzinsen für die brasilianischen Unternehmen.

Wesentlich besser als der brasilianischen Wirtschaft erging es in den vergangenen Jahren den österreichischen Unternehmen, die durch die Olympischen Spiele von zusätzlichen Aufträgen profitiert haben. Etwa der Technologiekonzern Kapsch, der die neue U-Bahnlinie in Rio mit einem Funknetz ausgestattet hat. Oder Camcat-Systems, die mit der Lieferung von sechs Kameraseilbahnen für die Übermittlung von Live-Bildern einen Millionenauftrag an Land ziehen konnte. Die Firma Doppelmayr errichtete eine Seilbahn, die ein Armenviertel mit dem Zentralbahnhof verbindet. Das Logistikunternehmen TGW stellte für den Sportausstatter Adidas ein Distributionszentrum auf die Beine – inklusive 2,1 Kilometer langem Förderband und Software.

Auch Unternehmen wie die Voestalpine, Frauscher und Plasser & Theurer sind mit ihren Produkten und Dienstleistungen in Rio vertreten. Insgesamt betrug das Warenhandelsvolumen zwischen Österreich und Brasilien im Jahr 2015 rund 1,1 Mrd. Euro – mit deutlichem Überschuss für Österreich.

Tiroler Firmen sehen Potenzial

Auch abseits der olympischen Spiele ist Brasilien ein Land mit viel Potenzial – auch aus Tiroler Sicht. Im Jahr 2015 exportierten Tiroler Unternehmen Waren im Wert von 46,9 Mio. Euro nach Brasilien. Etliche bekannte Tiroler Firmen sind seit vielen Jahren in Brasilien präsent, so z. B. GE Jenbacher, Plansee sowie Liebherr aus Telfs. Mit der sich bessernden Wirtschaftslage wird für sie der brasilianische Markt nun wieder wesentlich interessanter. „Auch langfristig gibt es für Tiroler Betriebe in Brasilien viel zu holen”, sagt Ingomar Lochschmidt. Es gebe „riesige Chancen für Exporteure und Niederlassungen“

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!