JW-Vorsitzender Plank: “Jetzt ist die beste Zeit für Jungunternehmer”

Clemens Plank hält nichts vom allgemeinen Jammern und ist überzeugt, dass die Zeit für neue Finanzierungsformen reif ist. Wir trafen den JW-Obmann zum Interview über aktuelle Rahmenbedingugen für Jungunternehmer.

INTERVIEW

Tiroler Wirtschaft: Sie sind gerade mit den JW-Sommercocktails in allen Bezirken unterweges. Wie ist die Stimmung unter den Jungen? Wie geht’s den Tiroler Jungunternehmern im Sommer 2016?

Clemens Plank: Ich denke es gibt eine gewisse Diskrepanz zwischen der medial verbreiteten Stimmung und der, die die Unternehmer selbst erleben. Was ich erlebe ist, dass es eigentlich ganz gut läuft. Die Leute wollen was bewegen, das Unternehmertum ist attraktiver denn je.

Die Rahmenbedingungen waren aber auch schon mal einfacher, oder?

Im Gegenteil: Denken Sie nur an die Digitalisierung: Wir brauchen heute kein Fax mehr, keinen Computer, keine Adresslisten o. ä. Wir haben ein Smartphone, und von dem aus können wir Kontakte und Geschäftsbeziehungen in die ganze Welt unterhalten. Oder an die Logistik: Ich kann heute Kunden am anderen Ende der Welt haben und problemlos beliefern.

Was sagen sie zum aktuellen Start-Up-Paket der Bundesregierung?

Die Lohnnebenkostenbefreiung ist eine super Sache. Ganz ehrlich. Wirklich exzellent wäre das Paket, wenn es für alle Gründer gelten würde, nicht nur für techbasierte Start-Ups. Dann hätte etwa auch ein Grafiker oder ein neuer Friseurladen, die sich unter Umständen keinen Mitarbeiter leisten können, die Chance, drei Jahre mit der Unterstützung durch das Start-Up Paket zu wachsen.

Die Finanzierung ist bei den jungen Unternehmen aber nach wie vor ein großes Thema. . .

. . . das schon längst gelöst gehört. Ein Beispiel: Ich kann mich zuhause von der Couch aus an einem internationalen Unternehmen beteiligen. Bei meinem Kollegen, der eine super Idee oder ein sensationelles Produkt am Start hat, kann ich das nicht. Ich denke, auch in Österreich ist die Zeit schon längst reif für einen Beteiligungsfreibetrag. Etwa in der Höhe von 100.000 Euro pro Person auf fünf Jahre. Und zwar nicht nur für technologieaffine Start-Ups, sondern auch für Handwerker oder den Tourismus.

Wie sehen Sie die Chancen für dieses Finanzierungsinstrument?

Die Politik hat mit dem Start-Up-Paket bewiesen, dass sie es kann, oder könnte. Wenn sie sich jetzt auch noch an die neuen Realitäten anpasst, haben wir die Chance auf den Weltmeistertitel.


Clemens Plank aus Steinach am Brenner ist Vorsitzender der Jungen Wirtschaft Tirol. Der IT-Spezialist ist Gründer und Geschäftsführer der Poool Software&Consulting GmbH und seit seinem 18. Lebensjahr selbstständiger Unternehmer.

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