Anita: Europas höchste Miederwarenproduktion

Seit 45 Jahren ist der Unterwäschehersteller Anita wichtigster Arbeitgeber für Frauen in der Tauerngemeinde Matrei. Ein Familienunternehmen mit hohem Verantwortungsbewusstsein für alle weltweiten Produktionsstandorte.

1972: Die „Spezialmiederfabrik Dr. Helbig & Co” mit Stammsitz im oberbayrischen Brannenburg startet mit sechs Personen die Produktion von Miederwaren im Matreier Pfarrsaal. Der damalige Bürgermeister Florian Köll und Leo Gomig als WK-Bezirksstellenleiter hatten sich um die Ansiedlung dieses Betriebes besonders bemüht. Die kleine Belegschaft konnte mit handwerklichem Geschick und Fleiß die Firmenleitung rasch von der Richtigkeit der Standortwahl überzeugen. 1976 wurde das erste eigene Betriebsgebäude in der Natalis Obwexer-Straße errichtet, zwei weitere Baustufen folgten.

„Wir sind mit 75 Beschäftigten einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region, vor allem für Frauen”, berichtet der Standortverantwortliche Harald Panzl. „Diesen Stand halten wir schon seit Jahren und besetzen Abgänge nach, worauf wir stolz sind. Das ist in unserer Branche, die kaum mehr in Mitteleuropa produziert, nicht selbstverständlich”.

Dem Markt- und Globalisierungsdruck konnte sich auch die Leitung des vor 130 Jahren gegründeten Familienunternehmens nicht entziehen. Es wurde aber höchster Wert darauf gelegt, die notwendigen Anpassungen im Einklang mit der Firmenphilosophie und dem Wertesystem vorzunehmen. Die Produktionsstandorte in Tschechien, Portugal, Myanmar und Thailand sind firmeneigene Werke, die man nach höchsten mitteleuropäischen Standards errichtet hat. Beste Arbeitsbedingungen, faire Entlohnung, geregelte Arbeitszeiten ohne Wochenendarbeit sind somit auch in den asiatischen Produktionsbetrieben gewährleistet.

Fehler schon im Vorfeld erkennen

Durch Diversifizierung konnte der Standort Matrei nachhaltig abgesichert werden. Dort gibt es einmal den „Nähbetrieb”, wo die in der Firmenzentrale in Brannenburg designten Muster-Teile für die gesamte Produktpalette – Dessous, Sport-BH, Bademode, Schwangerschafts- und Still-BH – auf die Produktionsreife getestet werden. Alle Arbeitsschritte werden erprobt und akribisch dokumentiert. „Man könnte das als vorbeugende Qualitätssicherung bezeichnen, da wir mögliche Fehler schon im Vorfeld erkennen und vermeiden. Weltweit darf mit der Serienproduktion erst begonnen werden, wenn aus Matrei die Freigabe kommt”, so Panzl. Ein weiterer Bereich ist die Sonderfertigung, wo man Miederwaren nach Maß näht. Es gibt dann aber auch noch eine mit der Serienproduktion befasste Abteilung. Panzl: „Damit sind wir die ‚Feuerwehr‘ in der Unternehmensgruppe, wenn es gilt, Neuheiten rasch auf den Markt zu bringen oder einzuspringen, wenn irgendwo ein Engpass auftritt”.

Seit 1992 besteht in Matrei auch eine Abteilung, die Silikon-Prothesen für brustamputierte Frauen fertigt. „Das Silikon und die Spezial-Kunststofffolien kommen aus unserem chemischen Labor in Bad Tölz. Alle weiteren Produktionsschritte bis zur Verpackung werden dann bei uns ausgeführt”, erklärt der Standortleiter. Pro Woche liefert man 2.000 Stück an das Logistikzentrum in Kufstein. „Aus allen Produktionsstandorten kommen die Teile nach Kufstein, wo dann die Verteilung an den Fachhandel in mehr als 50 Ländern erfolgt”. Im Zentrallager in Kufstein sind ständig ca. 1,2 Mio. Teile abrufbar.

„Unser Anita-Outlet ist ein voller Erfolg. Nirgendwo finden die Kundinnen eine größere Auswahl als dort.”

Harald Panzl

Bei den Umstrukturierungen in Matrei wurde vor einigen Jahren auch ein „Anita-Outlet” in das Betriebsgebäude integriert. „Ein voller Erfolg! Wir bieten unseren Kundinnen Fachberatung auf höchstem Niveau und eine unvergleichliche Auswahl an Dessous aus der gesamten Produktpalette”, freut sich der Betriebsleiter. „Besonders geschätzt werden die großzügig gestalteten Anprobekabinen, aber natürlich auch die moderaten Preise”.

Bekenntnis zum Standort Matrei

„Die Eigentümer-Familie Weber-Unger ist mit unserem Standort stark verbunden und kommt auch immer wieder zur Erholung nach Matrei”, betont Harald Panzl. „Man weiß, wie wichtig gute und engagierte Mitarbeiter sind. Der Firmenleitung liegt daher das Wohlergehen und die Gesundheit der Belegschaft besonders am Herzen”. Als Beispiele nennt er, dass für alle Anita-Bediensteten die Möglichkeit besteht, sich einmal pro Woche in der Arbeitszeit zu einem bloßen Anerkennungspreis massieren zu lassen, was vor allem die Näherinnen besonders zu schätzen wissen. Aber auch mit Gratis-Obst und Getränken wird auf die Gesundheit der Belegschaft geschaut.

Beste Passform, höchster Tragekomfort und erstklassige Qualität – das sind die Ansprüche, denen sich Anita seit 130 Jahren gegenüber seinen Kundinnen verpflichtet fühlt. Panzl: „Das ist nur mit hervorragenden Mitarbeitern zu schaffen, die sich im Betrieb auch wohlfühlen müssen. Bei uns in Matrei ist das, wie an allen Anita-Standorten, jedenfalls gewährleistet”.

» Mehr zum Unternehmen finden Sie auf der Homepage von Anita.

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