Lebendig begraben

KOMMENTAR

Die EU ist alles andere als tot. Trotzdem versuchen Populisten, sie zu beerdigen.

Europa. Ein Wort, das bei mir als weit gereistem Raben Assoziationen auslöst: Friedensprojekt, Wirtschaftsprojekt, Zukunftsprojekt. Spätestens seit dem Brexit hat dieses Bild allerdings einen Sprung bekommen. Das Lieblings-Argument aller Brexit- und Öxit-Jünger lautet: Die EU ist zu teuer. Doch im Vergleich zu anderen Dingen ist eure EU-Mitgliedschaft ein Schnäppchen. Die österreichischen Steuerzahler liefern zum Beispiel für die ÖBB jährlich fast drei Milliarden Euro ab – das ist fast dreimal soviel wie für die EU. Und für die Schulden eurer Staatsbahnen könnt ihr gleich zwanzig Jahre lang den EU-Mitgliedsbeitrag nach Brüssel überweisen.

Das interessiert aber niemanden, der sich künstlich aufregen will. Unterstützt wird er dabei durch eine kleine Gruppe Brüsseler Bürokraten, die selbst im Kopf noch Papier haben müssen. Diese Paragraphenreiter quälen die EU-Bürger mit Dingen, die wenig bringen, aber viel Unmut erzeugen: Grelle Sparlampen, mickrige Duschköpfe und gedrosselte Staubsauger. Die EU-Führung könnte am meisten für die gemeinsame Idee tun, indem sie solchen Schreibtischtätern den Stecker zieht – und die freiwerdende Energie den wirklich wichtigen Dingen widmet.

Die EU ist tot – sagt der Herr Farage. Ja, ausgerechnet der, der vorher viel versprochen hat, und jetzt nichts mehr davon wissen will. Der, der sich immer noch von der EU bezahlen lässt. Der, der das Haus angezündet hat, aber jetzt gar nicht daran denkt, sich am Löschen zu beteiligen. Hört bloß nicht auf Leute wie ihn. Die EU ist nicht tot – außer sie wird von Typen vom Schlag Farage lebendig begraben, meint

Der Rabe


Schreiben Sie dem Raben: der@rabe.co.at

Zum Archiv: www.rabe.co.at

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