Innovationsturbo Kreativwirtschaft: Ohne Dynamik geht Tirol leer aus

Die Kreativwirtschaft ist Türöffner für die Jobs der Zukunft. „Wir brauchen eine Task-Force“, spielt Obmann Tom Jank auf die fast irre Dynamik an, in der sich entscheidet, ob ein Standort top ist – oder flop.

Diese Welt, diese neue Welt tickt anders. „Man muss die Dynamik als stehende Größe verstehen“, macht Tom Jank, Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation in der WK Tirol, auf das Umdenken aufmerksam, die geistige Flexibilität, die im Zusammenhang mit den Jobs, die durch die Digitalisierung entstehen, gefordert ist.

Es ist ein spannender Bruch mit den gewohnten Abläufen, der sich hier vollzieht. Bislang oder besser „gestern“ war es so, dass Szenarien im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Zyklen und ihren Herausforderungen für Rahmenbedingungen lange geplant, durchgedacht und durchgekaut wurden, um dann eine Entsprechung im Alltag zu finden.

Rasante Entwicklungen in der Arbeitswelt

Geht es um die Grundlagen für die neuen Jobs, die neuen Möglichkeiten, die sich rund um die Digitalisierung in allen Branchen auftun, sind die herkömmlichen Zugänge fast zum Scheitern verurteilt. „Überall dort, wo Daten eine wesentliche Rolle spielen , sind in den letzten Jahren viele neue Jobs entstanden und sie entstehen laufend weiter“, so Jank. So ist z.B. der Begriff Content Manager schon wieder ein Klassiker und die Tatsache, dass bei der Definition dieses Berufes nach wie vor Unklarheiten herrschen, zeigt, wie schwer „das Neue“ zu fassen ist. Die Entwicklungen passieren rasant.

Im Schlagwort „Industrie 4.0“, das den wachsenden Einsatz von Software und Robotern in so gut wie allen Arbeitswelten umschreibt, bündeln sich vornehmlich die Ängste um Arbeitsplätze. Welche, wie und wie viele neue Arbeitsplätze durch die Digitalisierung entstehen, ist die Gretchenfrage. Die Antwort ist der Dynamik unterworfen, von der Tom Jank spricht. Und in dieser Dynamik ist die Kreativwirtschaft ein besonderer Faktor.

„Die Branche spielt für die Innovation eine entscheidende Rolle, denn sie schafft neue Produkte und neue Dienstleistungen und unterstützt ihre Kunden in allen Bereichen der Wirtschaft bei der Umsetzung ihrer eigenen Innovationen“, hielt WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schulz fest, als sie Mitte Juni 2016 gemeinsam mit Wirtschaftsstaatssekretär Harald Mahrer die „Kreativwirtschaftsstrategie für Österreich“ präsentierte.

Eigene Task Force Kreativwirtschaft

Um das Kreativpotenzial zu fördern, investiert das Wirtschaftsministerium 40 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren. „Und wir müssen schauen, wie und wo wir uns etwas für Tirol abholen können“, fordert Tom Jank. Er weiß auch, dass es in dem Zusammenhang um mehr geht, als um ein Stück des Förderungskuchens. Und er weiß, dass es rasch passieren muss. „Tirol braucht eine Verortung, eine Szenerie, wo man mit dieser Dynamik umgeht und wo die Leute ihr Wissen professionalisieren können“, blickt Jank etwa nach Linz, wo mit dem Ars Electronica Center eine Basis mit großer Strahlkraft geschaffen wurde.

Bildung, Ausbildung und Weiterbildung ist ein weiterer Faktor, der entscheidend sein wird. Wo der Markt schneller ist, als es jeder Lehrplan sein kann, gilt es auch hier, die Dynamik als stehende Größe zu verstehen. „Ausbildungstechnisch gibt es Defizite“, sagt Jank und hält fest: „Es ist in den vergangenen Jahren auf allen Ebenen der Tiroler Kreativwirtschaft viel passiert. Aber um die einzelnen Akteure und Institutionen zu vernetzen braucht es eine Task Force, eine Art Mission Statement und Antworten auf die Frage, wie man mit den Schnittstellen umgeht.“ Jank sieht hier Handlungsbedarf. Denn die Zeit, in der sich entscheidet, ob ein Standort top oder flop ist – ist jetzt!

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