Kofler: Wenn Qualität ein Versprechen ist

Das Unternehmen für Frische,- Tiefkühl- und Trockenprodukte wächst weiter. Am neuen Standort in Zams sollen die Prinzipien Regionalität und Nachhaltigkeit noch stärker gelebt werden. Ein Projekt für die Zukunft.

Die Luft im Gewächshaus der Gärtnerei Hammerle mit 2.000 m2 überglaster Fläche steht. Es ist einer der wenigen heißen Tage dieses Monats. Doch Anton und Martin Kofler trotzen der Hitze und inspizieren gewissenhaft das Wachstum der Blüten und (Wild-)Kräuter, die sich unter dem schützenden Dach prächtig entwickeln. “Vor zwei Jahren haben wir diese Gärtnerei gekauft, weil wir verstärkt regionale Produkte anbieten und uns so von der Konkurrenz abheben können”, erklären die Chefs von Kofler Frischedienst und Tiefkühlkost.

Ein Unternehmen mit Tradition

1938 gründete Großvater Anton sen. das Familienunternehmen in der Malserstraße in Landeck. Ein kleines Geschäft, das sich auf den Import von Obstwaren aus Südtirol konzentrierte. In den Nachkriegsjahren expandierte Kofler und begann mit der Auslieferung von Obst- und Gemüse an die Gastronomie im Raum Landeck. Heute wird das Unternehmen für Frische-, Tiefkühl- und Trockenwaren in dritter Generation von den Brüdern Anton und Martin geführt. Doch eines hat sich in den 77 Jahren nicht verändert: Kofler versucht, mit Fleiß, Mut und Innovation der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein. Frische und Qualität als Versprechen, nicht als Zufall – lautet das Motto. Kofler ist Trendsetter und bietet Waren, die andere nicht im Sortiment haben. Etwa molekulare Produkte, italienische Spezialitäten und eben Blüten und (Wild-)Kräuter aus eigenem Anbau. „Unser Ziel ist es, noch mehr Tiroler Produkte anbieten zu können. Wenn Kräuter einen langen Weg zurücklegen müssen, bis sie beim Gastronomen ankommen, sind sie nicht mehr frisch. Bei uns geht das ratzfatz. Und unsere haben das hervorragende Tiroler Aroma”, sagt Martin und nimmt einen Blütenkopf vorsichtig zwischen seine Finger, um daran zu riechen.

Doch die Brüder Kofler gehen noch einen Schritt weiter. „Die Nachfrage ist groß und der Anbau im Glashaus im Sommer mitunter schwierig”, weiß Anton. Deshalb haben sie Flächen in Grins bei Landeck erworben, um Gärten in Hochgebirgslagen anzulegen und noch aromatischere und widerstandsfähigere Kräuter anpflanzen zu können. Feinkost auf der Blumenwiese, denn „die besten Delikatessen finden sich vor der Haustür.”

„Unser Ziel ist es, der Tiroler Gastronomie noch mehr heimische Produkte anbieten zu können.”

Anton Kofler

Um ihre Kunden – rund 1.000 Gastronomiebetriebe in Tirol vom Arlberg bis zum Achensee – mit den Produktinnovationen vertraut zu machen, bietet Kofler seit gut zehn Jahren in seiner Schauküche in Landeck Produktschulungen an. Der Standort, der in den letzten Jahren kontinuierlich erweitert wurde, bietet den Unternehmern mit ihren innovativen Ideen aber zu wenig Platz. Deshalb machten sie sich auf die Suche nach einer neuen Betriebsfläche. Ins Auge fassten sie ein brach liegendes, 30.000 m2 umfassendes Grundstück östlich des Schlachthofes der Firma Grissemann in Zams. Die Krux an der Sache: Die Fläche diente in den 1970er und 1980er Jahren als Mülldeponie und muss unter großem finanziellen Aufwand erst baureif gemacht werden.

“Es sind Verhandlungen mit den ÖBB, der Asfinag, der Gemeinde und dem Wasserbauamt notwendig. Doch die Gespräche laufen gut und wir sind zuversichtlich, Ende das Jahres mit den Arbeiten beginnen zu können”, zeigen sich die Brüder optimistisch und holen die Projektpläne hervor. “Das ist es, das Silicon Valley von Zams”, sagen sie und lachen. Ein Platz für junge Unternehmer, die sich im Talkessel Landeck/Zams entwickeln möchten.

Sechs Stöcke (auf denen auch andere Betriebe Platz finden sollen) auf dem letzten Stand der Technik und der gesetzlichen Bestimmungen sowie energieeffizient und nachhaltig. Einen großen Bereich soll das Innovationszentrum einnehmen. Ambitionierte Pläne mit vielen Hürden. Doch Kofler hält am Projekt fest.

„Der Bezirk hat stark mit Abwanderung zu kämpfen. Mit dem neuen Standort wollen wir Arbeitsplätze sichern.”

Martin Kofler

“Wir hätten andere Flächen erwerben können, für einen Bruchteil des Geldes, aber wir stehen zum Standort Zams. Wir wollen den Menschen in der Region eine Zukunft bieten und Arbeitsplätze sichern”, betonen die beiden. Die Mitarbeiterzahl soll von jetzt 50 bis 70 auf 80 bis 100 aufgestockt werden und Kofler plant eine enge Zusammenarbeit mit den Bauern, die im Anbau und der Verarbeitung der Kräuter und Blüten geschult werden sollen. “Der Bezirk hat mit Abwanderung zu kämpfen. Wir wollen den Menschen Arbeitsmöglichkeiten vor der Haustür bieten.” Gewidmet werden soll der neue Standort bezeichnenderweise den Schwabenkindern, die sich dort trafen, ehe sie die beschwerliche Reise zur Arbeit nach Oberschwaben antreten mussten. Ein Projekt für die Zukunft der Region.

 

Kofler: Zahlen, Daten, Fakten
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