Vorzeigeprojekt für Integration von Flüchtlingen

Für positives Aufsehen sorgt derzeit ein Ausbildungsmodell für junge Flüchtlinge im Bezirk Kufstein, um sie in den Arbeitsprozess zu integrieren. Eine Initiative von WK Kufstein, der IV und der Leaderregion Kufstein Untere Schranne/Kaiserwinkl.

Das Projekt begann im Februar mit einer Potenzialanalyse, um herauszufinden, welche Fähigkeiten und Talente die Jugendlichen mitbringen. Die besten 18 jungen Männer und eine junge Frau, allesamt Flüchtlinge, erhielten dann die Möglichkeit, an einem Deutsch- und Berufsorientierungskurs teilzunehmen. Mit dem Ziel: Im Herbst einen Ausbildungsplatz in der Region vermittelt zu bekommen. „Es ist eine Herausforderung”, gibt WK-Bezirksobmann Martin Hirner zu. “In erster Linie geht es für die jungen Menschen nun darum, Deutsch zu lernen, um in weiterer Folge die Berufsschule besuchen zu können. Manche von ihnen müssen aber auch erst richtig lesen, schreiben und rechnen lernen”, führt Hirner weiter aus.

In Mangelberufe vermitteln

Dann sollen die jungen Leute entsprechend ihren Talenten und Wünschen in sogenannte Mangellehrberufe vermittelt werden, das sind Berufe wie etwa Spengler, Koch, Friseur, Installationstechniker u. ä., bei denen keine heimischen Fachkräfte gefunden werden können. Die schulische Ausbildung der jungen Flüchtlinge ist oftmals sehr schlecht und liegt auf Volksschulniveau, allerdings ist die Motivation der Jugendlichen extrem hoch. “Wir brauchen mehrere solcher Programme, denn wir haben mit einem absoluten Fachkräftemangel zu kämpfen und für Betriebe wird es zunehmend schwieriger, Lehrlinge zu finden”, weiß Rainer Carqueville, Vizepräsident der Industriellenvereinigung Tirol.

“Ich möchte Koch werden”

Moelak Zuheir ist einer dieser jungen Flüchtlinge. Er ist seit einem Jahr in Tirol und will Koch werden, weil er in Syrien schon einmal in dieser Branche gearbeitet hat und sein Vater zudem eine große Bäckerei hatte. “Problematisch für eine erfolgreiche Integration ist, dass die Flüchtlinge immer wieder ihren Aufenthaltsort wechseln”, erklärt Martin Krumschnabel, Obmann der Leaderregion, und fordert in dieser Hinsicht mehr Zusammenarbeit aller Organisationen. „Wir müssen die jungen Menschen so schnell wie möglich in die Ausbildung bringen. Und auch WK-Bezirksobmann Martin Hirner schlägt in dieselbe Kerbe: “Wenn wir dieses Potenzial ungenutzt lassen, sind wir selber schuld!”

 

Details zum Projekt
Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!