Harakiri

KOMMENTAR

Die Finnen machen’s modern und packen’s an. Die Österreicher machen’s lieber altmodisch und packen die Uralt-Rezepte aus.

 

Mir nach, hier ist der Weg aus der Krise! Sagte der Lemming.

Österreich ist unter Druck. Die Arbeitslosenrate steigt leise, aber beständig, der Standort wird in internationalen Vergleichen nach hinten durchgereicht, viele Betriebe finden keine Nachfolger. Kein Wunder, eure Unternehmer werden von Ämtern, Finanzbehörden und Kontrolloren gequält und müssen sich auch noch anhören, dass sie in Geld schwimmen und ihre Mitarbeiter ausbeuten.

Eine Reform muss dringend her. Was würde wohl passieren, wenn eure Wirtschaft folgendes vorschlägt: Arbeitnehmer sollen drei Tage pro Jahr umsonst arbeiten, ein bisschen mehr in das Sozialsystem einzahlen und öffentlich Bedienstete auf ein Drittel des Urlaubsgeldes verzichten. Die Firmen sollen im Gegenzug weniger Beiträge zahlen. Und der Staat möge die Steuern senken. Ich seh‘ schon die Schlagzeilen: „Kanzler fürchtet das Ende des Sozialstaates“ – „Unternehmer stehlen sich aus der Verantwortung“ – „Gewerkschaft fordert Rücktritt Leitls“ – „ÖBG-Foglar: Nur über meine Leiche!“ – „Soziale Kälte erreicht eine neue Dimension“ – „Eiszeit zwischen Sozialpartnern“ – „ÖGB: Wir streiken!“

Was in Österreich völlig denkunmöglich ist, hat in Finnland gerade so stattgefunden. Und 85 Prozent der dortigen Gewerkschaften haben zugestimmt! Warum? Weil es ohne einen gesunden Standort keine gesunden Betriebe gibt. Und ohne gesunde Betriebe keine Arbeitsplätze. Weil alle etwas beitragen müssen, wenn das Limit erreicht ist. Weil es besser ist, freiwillig auf einen Teil zu verzichten, als das Ganze zu riskieren und in der Krise festzusitzen.

Aber was red‘ ich mir den Schnabel fusselig! Österreich weiß ja einen viel besseren Weg aus der Krise: Der Kanzler hat vorgeschlagen, die Arbeitszeit zu verkürzen. Bei vollem Lohnausgleich. Das ist keine Reform, das ist Harakiri, meint

Euer Rabe


Schreiben Sie dem Raben: der@rabe.co.at

Zum Archiv: www.rabe.co.at

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