70 Jahre Wirtschaft im Rückblick: Tirols beispiellose Aufholjagd

Massiv gestiegene Lebenserwartung, mehr Personen in Beschäftigung und eine touristische Erfolgsstory: Eine neue Studie der Wirtschaftskammer zeigt den beeindruckenden Wandel in der Wirtschafts- und Unternehmensentwicklung Tirols in den letzten 70 Jahren.

Die Tiroler Wirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten in jeglicher Hinsicht verändert − das bestätigt ohne Zweifel ein Blick auf die Zahlen. Fast schleichend, aber fortlaufend veränderten sich die Strukturen, verändern sich ganze Branchen, wurde der Arbeitsmarkt von grundauf revolutioniert.

Das einst agrarisch geprägte Land hat sich zu einem beeindruckend attraktiven Wirtschaftstandort für Industrie, Gewerbe und Tourismus entwickelt, an dem sich auch international anerkannte Bildungs- und Forschungseinrichtungen sehr wohl fühlen. Auch zahlreiche Krisen, wie etwa die geplatzte dot.com-Blase oder die Finanzkrise, konnten diese Erfolgsbilanz nicht schmälern.

Lebenserwartung steigt, Geburten sinken

Noch im Jahr 1961 gab es in Tirol fast 10.708 Geburten pro Jahr, im Jahr 2015 waren es nur mehr rund 7.535. Die positive Geburtenbilanz reduzierte sich von 6.054 im Jahr 1961 auf 1.553 im Jahre 2015. Gleichzeitig ist die Lebenserwartung sowohl bei Männern als auch bei Frauen stark gestiegen: Im Jahr 1961 wurden Männer im Durchschnitt 67,1 Jahre alt und Frauen 73,1 Jahre. 2014 waren es 80,4 Jahre bei den Männern und 84,5 Jahre bei den Frauen.

 

Lebendgeborene und Sterbefälle. Quelle: Statistik Austria/Landesstatistik Tirol.

Lebendgeborene und Sterbefälle.

 

Beschäftigung verdreifacht

1948 gab es in Tirol 100.179 unselbständig Beschäftigte, davon rund ein Drittel Frauen. Im Jahr 2015 waren in Tirol mehr als dreimal so viel Personen beschäftigt − exakt 317.498. Der Anteil der Frauen an der Gesamtbeschäftigung stieg auf 47,2 Prozent an. Einen absoluten Rückgang der Beschäftigung gab es im Zeitraum seit 1945 nur drei Mal und zwar im Jahr 1952, im Jahr 1995 und im Krisenjahr 2009. Im Jahr 2009 ging die Beschäftigung in Tirol von 295.688 Personen auf 292.968 Personen zurück.

Im Jahr 1948 gab es in Tirol 1.310 vorgemerkte Arbeitslose. Dies entsprach einer Arbeitslosenquote von 1,3 Prozent. Im Jahr 2015 waren in Tirol im Jahresdurchschnitt 23.845 Personen arbeitslos, was einer Arbeitslosenquote von 7,0 Prozent entspricht (nach AMS-Berechnungsmethode).

 

Anteil weiblicher Beschäftigter

Anteil weibl. Beschäftigter an der Gesamtbeschäftigung Tirols

 

26,6 Mrd. Bruttowertschöpfung

In Tirol nahm die Bruttowertschöpfung seit 1961 von damals 795 Millionen Euro auf 26,6 Milliarden Euro im Jahr 2014 zu. Besonders stark waren die Zuwächse der Bruttowertschöpfung in den 1960er und 1970er Jahren. Den höchsten Zuwachs gab es 1971 mit 15,8 Proezent nominellen Wachstums, gefolgt von 14,4 Prozent im Jahre 1965.

Im letzten halben Jahrhundert war die wirtschaftliche Entwicklung Tirols insgesamt eine große Erfolgsstory: Das zeigt sich auch daran, dass der Anteil der Wertschöpfung Tirols an Österreich von 6,1 Prozent im Jahr 1961 auf mittlerweile 9,1 Prozent im Jahr 2014 zugenommen hat. Nur ein einziges Mal gab es einen absoluten, nominellen Rückgang der Bruttowertschöpfung in Tirol: Das war im Krisenjahr 2009. In diesem Jahr nahm die Bruttowertschöpfung in Tirol von 22,37 Milliarden Euro auf 22,21 Milliarden Euro (-0,7 Prozent) ab.

 

Bruttowertschöpfung

Bruttowertschöpfung Tirol – Österreich in Mio. €

 

Tourismus-Kaiser Tirol

Im Jahr 1947 verzeichnete man in Tirol knapp eine Million Nächtigungen, davon entfielen über 70 Prozent auf die Sommersaison. Im Tourismusjahr 2015 waren es insgesamt 45.629.910 Nächtigungen, davon 19.669.564 im Sommer und 25.960.346 im Winter. Seit dem Jahr 1993 ist die Wintersaison nächtigungsintensiver als die Sommersaison.

 

Gästenächtigungen in Tirol 1947-2015

Gästenächtigungen in Tirol 1947-2015

 

» Download: Die komplette Broschüre Tiroler Wirtschaft im Rückblick

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!