Datenhunger der EZB: Warnung vor AnaCredit-Verordnung

Ab einem Schwellenwert von 25.000 Euro sollen ab März 2018 alle Kredite nach Frankfurt gemeldet werden. Die AnaCredit-Verordnung bedeutet nicht nur einen gigantischen Aufwand für die Banken, sondern hat auch handfeste Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Bis zu einer Billion fauler Kredite, sog. Non-Performing Loans, sind im gesamten Euroraum im Umlauf. Die Europäische Zentralbank will die Risiken für die Finanzwirtschaft minimieren und versucht deshalb einen tieferen Einblick in das Kreditgeschäft und die Auswirkungen auf die Realwirtschaft zu bekommen. In der Praxis will Frankfurt Informationen über jeden Kredit. Ein gigantischer Datenhunger ist die Folge.

„Die Intention ist natürlich gut. Die Umsetzung geht aber voll auf Kosten unserer kleinen, regionalen Banken und am Ende auch zu Lasten unserer Kunden, den Unternehmen“, macht Tirols Bankensprecher Harald Wanke aufmerksam.

Gigantischer Aufwand für die Banken

Nach der Vorstellung der Zentralbanker sollten unter dem Titel AnaCredit (Analytical Credit Database) ab März 2018 ab einem Schwellenwert von 100 Euro alle Kredite nach Frankfurt gemeldet werden. Betroffen wären nach heutigem Stand auch Altkredite. „Wir müssten demnach über 100 Attribute für jeden Kredit nach Frankfurt melden. Ein gigantischer Aufwand für IT und Verwaltung“, erklärt Wanke.

Die WKÖ konnte im Gleichklang mit der europäischen Kreditwirtschaft eine Anhebung der Kreditschwelle von 100 auf 25.000 Euro erreichen. Wanke will AnaCredit aber im Interesse der heimsichen Unternehmen weiter entschärfen: „Wir kennen unsere Kunden, ihre Familien und wir kennen die Unternehmen. Deshalb sind wir bei der Risikobewertung großzügiger als wir sein müssten.“

Plus: Auch aufgrund des Zinsniveaus sind Kredite hierzulande billiger. „Diese Sonderfaktoren könnten in Folge der einheitlichen Standard-Ansätze von AnaCredit nicht mehr berücksichtigt werden“, erklärt Bankensprecher Wanke. In der Folge würden Kredite für die Unternehmen teurer und die Risikobewertung deutlich strenger. „Unser System hat sich bewährt“, sagt Wanke, „deshalb setzen wir auf weitere Verhandlungen!“

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