Öko-Prämie: Weg mit den alten Stinkern!

Ein einziger alter Pkw stößt so viel Schadstoffe aus wie 36 neue. Eine Verschrottungsprämie würde große Umwelteffekte bringen.

Kennen Sie das? Sie fahren hinter einem Auto, haben die Lüftung laufen und denken sich: Was riecht denn hier so furchtbar? Sie schauen genau hin: Das Auto vor Ihnen ist älteren Baujahres – haben die tatsächlich alle so gestunken damals? Ja, haben sie!

In Tirol sind derzeit noch 21.000 Pkw unterwegs, die älter als 18 Jahre sind und den Euro-Klassen 0 und 1 zugehören. Diese Fahrzeuge produzieren sage und schreibe den 36-fachen Schadstoffausstoß eines Neufahrzeugs. Darüber hinaus gibt es weitere 18.000 Autos, die älter als 15 Jahre sind – auch sie zeichnen sich durch extrem schlechte Umweltwerte aus: Sie verpesten 16 Mal mehr die Luft als ein Pkw der neuesten Bauart.

Eine Bessere Luftqualität

Hier setzt die Forderung des Tiroler Autohandels an: Das Land Tirol könnte drastisch zur Verbesserung der Luft beitragen, wenn für den Umstieg auf ein Neufahrzeug eine Öko-Förderung gewährt wird. Jeder einzelne Stinker, der die Tiroler Straßen für immer verlässt, ist ein Gewinn für die Umwelt. Der Sprecher des Tiroler Autohandels, Dieter Unterberger, schlägt beim Neukauf eines Fahrzeuges mit Niedrig-Emissions-Technologie Euro 6 und Verschrottung des Altfahrzeuges bis Baujahr 1999 eine Prämie von 1.000 Euro vor. „Das ist ein spürbarer Vorteil für den Käufer und eine überschaubare Investition seitens des Landes. Es gibt keine andere Maßnahme, mit der sich ein derart deutlicher Effekt erzielen lässt”, so Unterberger..

Damit die Förderung für das Land kalkulierbar ist, ist für Unterberger eine Maximalbegrenzung für 2.000 Fahrzeuge denkbar: Wer zuerst kommt, soll die Förderung erhalten. Bewährt sich die Förderaktion, kann sie in den Folgejahren neu aufgelegt werden. Für 2.000 Fahrzeuge ergibt sich eine Summe von 2 Millionen Euro. „Das entspricht genau dem Betrag, der aufgrund von Einnahmen aus Strafen im IG-L-Topf liegt. Das würde sich für die Finanzierung dieser Umweltmaßnahme anbieten”, rechnet Unterberger vor.

Umwelteffekt mehr als offenkundig

Beispiele für derartige Förderungen gibt es aus anderen Bereichen: Zum einen die Umrüstprämie bei Lkw, zum anderen Förderungen für Dämmungen im Hausbau. Energiesparende Fassaden erreichen maximal eine Reduktion des Energiebedarfes für Gebäude auf 50 bis 70 Prozent des Ausgangswertes. „Bei neuen Pkw beträgt der Schadstoffausstoß hingegen nur mehr drei Prozent eines Altfahrzeugs! Der Umwelteffekt ist somit mehr als offenkundig. Es wäre nur logisch, die Förderlücke bei Personenkraftwagen zu schließen”, erklärt Dieter Unterberger.

Es gibt wenige Maßnahmen, die einen derart großen Hebel bei derart kleiner Investition auslösen. „Drei Altfahrzeuge weniger entsprechen über Hundert Pkw mit moderner Technologie. Da muss man kein Mathematiker sein, um sich den positiven Effekt auf die Umwelt vorstellen zu können”, so Unterberger.

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