Finanzierbarkeit bei Sozialabgaben wackelt

Die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung steigen weiter und drohen zu explodieren, wie ein Blick in die Sozialbilanz zeigt. Die Beitragszahler sind am Limit angelangt.

Die Sozialbilanz erhebt die Aufwendungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Tirol für das soziale System. Auch in der aktuellen Erhebung setzt sich der Trend der Vorjahre fort: Die Beiträge gehen steil nach oben. Die Dynamik nahm in den letzten Jahren stark zu. Im Jahr 2015 betrugen die Beiträge der Arbeitnehmer rund 1,44 Mrd. Euro, jene der Arbeitgeber rund 1,86 Mrd. Euro.

Damit zahlten die Tiroler Betriebe im Vergleich zum Vorjahr drei Prozent oder 66 Mio. Euro mehr ins Sozialsystem ein. Seit 2010 waren es in Summe 363 Millionen Euro mehr, die von den Arbeitgebern aufgebracht wurden. Das entsprach einer Erhöhung um fast ein Viertel innerhalb von nur sechs Jahren. In diesem Zeitraum nahm die Anzahl der Beschäftigten in Tirol gerade einmal um sieben Prozent zu.

Dringender Handlungsbedarf

Das bedeutet zusammengefasst: Die Sozialabgaben haben dreieinhalb Mal stärker zugelegt, als es der Zunahme bei den Beschäftigten entspricht. „Diese Entwicklung muss zwangsläufig zur Unfinanzierbarkeit führen. Wenn die Betriebe jedes Jahr mehr an Sozialabgaben zu leisten haben, ist irgendwann der Plafond erreicht“, erklärt WK-Präsident Jürgen Bodenseer.

Dabei sind die Sozialabgaben nur ein Teil des Belastungspaketes für die Steuerzahler: Auch die Steuerquote, die Steuereinnahmen und die Schulden steigen laufend. Gleichzeitig verzeichnet Österreich eine Rekord-Arbeitslosigkeit, stagnierende Exporte und schwache Wachstumszahlen. „Der Handlungsbedarf ist offenkundig. Wir brauchen dringend eine spürbare Entlastung der Leistungsträger. Das sind die Herausforderungen, an denen die neue Bundesregierung ihre Wirtschaftskompetenz unter Beweis stellen kann.“

Da die Einnahmenseite für das Sozialsystem am Limit angelangt ist, kann der Ansatzpunkt nur auf der Ausgabenseite in Form von strukturellen Reformen liegen.  „Die Zeiten, in denen die Regierung ihre Budgetlöcher durch die schleichende Erhöhung von Steuern und Abgaben gestopft hat, müssen ein Ende haben. Nach Jahren des Durchwurstelns kommt nun die Stunde der Wahrheit, in der die Politik Ausgaben, die nicht unbedingt erforderlich sind, streichen muss“, fordert Bodenseer.

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