Zillertal Bier: Auf dem Weg zum CO2-neutralen Betrieb

Zillertal Bier hat in den letzten Jahren massiv in die Nachhaltigkeit seines Produktionsstandortes investiert

Zillertal Bier setzt auf Nachhaltigkeit, Regionalität und Qualität. Foto: Zillertal Bier

Zillertal Bier investiert kräftig in Regionalität und Nachhaltigkeit. Die Brauerei aus Zell setzt auf langfristige Kooperationen, Minimierung des Ressourcenbedarfs und innovative Recyclinglösungen. Der Kunde honoriert die stetigen Qualitätsbemühungen.

In Zell am Ziller wird gehobene Bierkultur seit mehr als einem halben Jahrtausend gelebt. Die starke Tradition unterstreicht Zillertal Bier heute mit modernen Nachhaltigkeitskonzepten: „Nicht, weil es vielleicht gerade modern ist, sondern aus Überzeugung und mit Konzept“, sagt Geschäftsführer Martin Lechner. Die Rohstoffe kommen fast vollständig aus Österreich, nur spezielle Hopfen werden zum Teil aus österreichischen Nachbarländern importiert.

Die Zillertaler haben aber eine langfristige Kooperation mit der Hopfenanbaugenossenschaft im Mühlviertel. Dabei garantieren sie den Hopfenbauern bis 2025, eine bestimmte (und stetig steigende) Menge Hopfen abzunehmen. Zillertal Bier benötigt den Mühlviertler Hopfen u. a. für seine stark gefragten Spezialbiere. Die Brauerei sichert sich damit die Rohstoffversorgung und den Mühlviertler Bauern die Existenz. Positiver Nebeneffekt des Einkaufs im eigenen Land: Probleme mit Glyphosat werden dadurch von Haus aus vermieden, denn dieses Pflanzenschutzmittel ist in Österreich für den Anbau von Braugerste verboten, im Ausland dagegen teilweise erlaubt.

Ressourcenbedarf minimieren

Zusätzlich hat Zillertal Bier bei allen Investitionen der letzten Jahre darauf geachtet, dass bei der Auswahl von Maschinen der Ressourcenbedarf minimiert wird, also der Verbrauch von Wasser, Energie und Reinigungsmitteln. „2012 waren wir unter den drei einzigen Brauereien weltweit, die das Equitherm-System eingeführt hatten“, berichtet Lechner. Bei den brautechnischen Kühlprozessen wird Wärmeenergie frei, die mit dem neuen System gespeichert und für den nächsten Sud verwendet wird. Bis zu 58 Grad Wärme entsteht so aus der Rückgewinnung: „Das führt bei uns zu einer Energieeinsparung von einem Viertel, bedeutet auch ein Viertel CO2-Einsparung. Dadurch sind wir unserem Ziel, ein CO2-neutraler Betrieb zu werden, wieder ein großes Stück näher gekommen“, sagt Lechner.

Zur Nachhaltigkeit tragen auch die neuen Etiketten bei. Bisher mussten sie als Sondermüll entsorgt werden. Durch die Verwendung eines umweltfreundlichen Naturpapiers können sie nun kompostiert werden. Wie überhaupt fast alles recycelt wird: So dienen Biertrebern und Hefe als Futtermittel und alte Kronenkorken werden recycelt.

Die neue Falschenfüllanlagereduziert den Energie- und Wassereinsatz substanziell und ist am Stand der allerletzten Technik: „Ich traue mich zu sagen, dass wir von allen mittelständischen Brauereien in Europa auf dem technisch modernsten Stand sind.“

Kunden schätzen Nachhaltigkeit

Warum engagiert sich Zillertal Bier für Nachhaltigkeit und Ressourceneinsparung? „Bei unserem Rohstoff sind uns Nachhaltigkeit und kontrollierte Qualität besonders wichtig“, nennt Lechner einen Grund. Aber rechnen sich Investitionen in die Nachhaltigkeit? „Die Amortisationszeiten verlängern sich natürlich. Aber wir hoffen, dass es sich langfristig rechnet, weil auch unsere Kunden regionale Nachhaltigkeit schätzen und gutheißen, dass unsere Biere nicht Hunderte Transportkilometer auf dem Buckel haben. Wir wollen in der Region bleiben, in einem Umkreis von circa 150 Kilometern.“

Aber können es sich Wirte leisten, nachhaltig zu kaufen? „Wenn nur auf den Preis geschaut würde, dann würde nur noch das Billigste gekauft werden, ohne Rücksicht auf den Mehrwert, den wir zu erzeugen versuchen“, verweist Lechner auf die gut funktionierende Partnerschaft mit vielen Kunden: „Für uns als Mittelständler ist es wichtig, sich nachhaltig und qualitätsbewusst aufzustellen, denn in den Stückkosten können wir nicht mithalten mit der Großindustrie. Wir sind nicht Shareholder-Value-getrieben, sondern von unserer Regionalitäts- und Nachhaltigkeitsphilosophie bestimmt.“

Besucherzentrum wird weiter ausgebaut

Sechsstellige Summen hat Zillertal Bier in den letzten Jahren in die Nachhaltigkeit investiert. Heuer startet die letzte Ausbaustufe für das neue Besucherzentrum, das energietechnisch nachhaltig konzipiert ist. Neu errichtet wird eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von fast 100 Kilowatt. Zugleich wird der Stromverbrauch durch Umrüstung auf innovative LED-Beleuchtungstechnik maßgeblich gesenkt. Auch der Fuhrpark wird bei jeder Neuanschaffung ökologisch modernisiert. Das Motto des 50-Mitarbeiter-Unternehmens laut Lechner: „Qualität und Reinlichkeit stehen an erster Stelle, aber Nachhaltigkeit ist für uns ein ganz wichtiges Thema, und es lässt sich immer noch etwas optimieren.“

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