Jahr der Arbeit

KOMMENTAR

Am Tag der Arbeit regiert die Kampfrhetorik. Das löst die Probleme am Arbeitsmarkt aber nicht.

 

Klassenkampf-Sprüche reichen bloß für einen Tag. Für den Rest der Jahres braucht es mehr.

Am “Tag der Arbeit” haben eure Gewerkschaften wieder einmal bewiesen, dass sie geistig ungefähr 126 Jahre zurück liegen – im Jahr 1890 wurde der “Tag der Arbeit” zum ersten Mal begangen. Damals ging es um die Überwindung unmenschlicher Arbeitsbedingungen und um erste soziale Errungenschaften. Heute geht es darum, ob es eure Betriebe überhaupt noch schaffen, genug zu erwirtschaften, um Arbeitsplätze zu sichern. Dieses Denken, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer im selben Boot sitzen, scheint der Gewerkschaft völlig fremd zu sein. Anders lassen sich die Aussagen des ÖGB zum 1. Mai nicht erklären.

Deren Vorsitzender betont, es gehe ihm um die “Situation am Arbeitsmarkt”. Es geht aber nicht um die Situation am Arbeitsmarkt, es geht um den Arbeitsmarkt selbst. Darum, ob heimische Betriebe unter der herrschenden Steuer- und Bürokratielast noch konkurrenzfähig sind. Grob fahrlässig ist es auch, jeden als “neoliberal” zu beschimpfen, der sich erlaubt, auf das riesige Loch bei den Pensionen hinzuweisen. Und wer laut darüber nachdenkt, dass die Mindestsicherung gestaffelt werden könnte, wird sowieso für einen Unmenschen erster Güte gehalten. Zum Drüberstreuen fordern eure Gewerkschafter allen Ernstes eine Arbeitszeitverkürzung – natürlich bei vollem Lohnausgleich. Das ist schon nicht mehr grob fahrlässig, sondern nur mehr dumm.

Und was sagt eigentlich eure Arbeiterkammer dazu? “Die Zeit der Knechte und Mägde ist vorbei.” Passt von der Wortwahl auch besser ins vorige Jahrhundert. Ihr braucht keine schlauen Sprüche, die gerade einmal für einen Tag der Arbeit reichen. Ihr braucht Sachverstand und Reformwillen – um das ganze Jahr Arbeit zu haben, meint

Der Rabe


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