Tourismus: Rekord-Winterbilanz mit Wermutstropfen

Noch nie verzeichnete der Tiroler Tourismus so viele Ankünfte und Nächtigungen wie im Winter 2015/2016. Trotz der erfolgreichen Saison sehen sich viele Betriebe angesichts der gedämpften Umsatzentwicklungen mit großen Herausforderungen konfrontiert.

Eine positive Winterbilanz konnten Landeshauptmann Günther Platter, WK-Tourismus-Spartenobmann Franz Hörl und Tirol Werbung-Geschäftsführer Josef Margreiter kürzlich bei einem gemeinsamen Pressegespräch ziehen: Im Vergleich zur letzten Wintersaison konnte die Nächtigungszahl um 6,3 Prozent und die Ankunftszahl um 6,2 Prozent gesteigert werden. Diese Zuwächse sind in Anbetracht des schwierigen Saisonstarts, den Franz Hörl als ein Wechselbad der Schneegefühle bezeichnete, überaus beachtlich. Dazu stellte Landeshauptmann Platter fest: „Diese Steigerungen sind ein besonderer Verdienst aller Akteure im heimischen Tourismus – von der Hotellerie und der Gastronomie bis hin zu den Seilbahnen. Denn sie konnten trotz anfänglich hoher Temperaturen und wenig Schnee beweisen, dass die Branche hervorragend mit Herausforderungen umgehen kann.”

Gute Zahlen sind kein Ruhekissen

Für Platter ist aber klar, dass das Rekordergebnis kein Ruhekissen sein darf, denn es spiegle die tatsächliche Wertschöpfung und Stimmung in der Branche nicht wider. „Die Belastungsgrenze ist schon länger erreicht beziehungsweise überschritten“, erklärte Platter. Das Land Tirol unterstütze zwar Betriebe bei Investitionen und versuche Belastungen abzufedern, man müsse aber wachsam bleiben, dass die Betriebe nicht von Wien aus belastet werden. Auch Spartenobmann Hörl sieht gerade durch die strafende Bundespolitik wachsende Sorgen in den Betrieben: „Die Erträge stagnieren und die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Umsetzung der Erhöhung der Umsatzsteuer nehmen extrem zu.“

Trotz aller Widrigkeiten blicken rund 80 Prozent der Tiroler Unterkunftsbetriebe positiv in die Sommersaison. Ein Fünftel der Befragten konnte bisher mehr Buchungen im Vergleich zum Vorjahr generieren und 58 Prozent halten einen ähnlichen Buchungsstand wie im Vorjahr. Nicht ohne Grund, denn der Tiroler Bergsommer hat sich in den vergangenen zehn Saisonen positiv entwickelt und lässt auf eine weiterhin positive Entwicklung hoffen. Gerade die Positionierung Tirols als Sportland hat einen großen Einfluss auf die positive Entwicklung, die durch sechs Weltmeisterschaften in drei Jahren intensiviert wird. Dieser Profilierungsfaktor und die Anziehungskraft der Berge müssen laut Franz Hörl weiter genutzt werden: „Es muss das Ziel sein, die vorhandene Qualität und Attraktivität noch besser zu vermarkten und den Reiz der starken Tourismusmarke Tirol vermehrt für den Sommerurlaub zu nützen.“

 

Bilanz einer starken Wintersaison 2015/2016:

  • Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im heurigen Winter betrug 4,7 Tage.
  • Der Hauptmarkt Deutschland legte im Vergleich zum Vorjahr um rund 980.000 Nächtigungen zu. Dies entspricht einem Plus von 8,2 Prozent. Einen Anstieg von 6,7 Prozent konnte man mit 170.000 zusätzlichen Ankünften verbuchen.
  • Weitere signifikante Steigerungen bei Nächtigungen und Ankünften gab es aus den Niederlanden (Übernachtungen + 4,7 Prozent / Ankünfte + 6,4 Prozent), Schweiz und Liechtenstein (Übernachtungen + 8,5 Prozent / Ankünfte + 8,9 Prozent), Vereinigtes Königreich (Übernachtungen + 4,7 Prozent / Ankünfte + 4,9 Prozent), Belgien (Übernachtungen + 15,7 Prozent / Ankünfte + 16,5 Prozent).
  • Auch der Inlandsmarkt legte zu. Ein Plus von 1,1 Prozent bei den Übernachtungen, sowie 3,0 Prozent bei den Ankünften konnte verbucht werden.
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