95 Prozent der Tiroler Unternehmer gegen Abschaffung von Bargeld

Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Tirols Wirtschaft setzt weiter auf Bargeld: 95 Prozent der Unternehmer sprechen sich gegen die Abschaffung des Bargeldes aus und 69 Prozent halten eine Obergrenze für nicht sinnvoll. Hauptgrund: Angst vor Verlust der Privatsphäre.

Kampf gegen Terrorismus, Steuerhinterziehung und Geldwäsche lauten die Argumente, wenn es um die Abschaffung des Bargeldes geht. „Das sind vorgeschobene Gründe“, betonte Harald Mahrer, Staatssekretär im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, bei einer Pressekonferenz in der Wirtschaftskammer Tirol.

„In Wahrheit geht es um das Sammeln und Verwerten von Daten und darum, Staatsschulden auf Kosten der Sparer abzubauen.“ Denn rund 30 Prozent der Bargeldmenge in Europa entfällt auf den 500-Euro-Schein. „Wird der 500er abgeschafft, haben die Banken keine Möglichkeit mehr, größere Mengen an Bargeld einzulagern.“Für Mahrer ist die Situation klar: „Es geht nicht um Kriminalitätsbekämpfung, sondern um einen Eingriff in die persönliche Freiheit der Bürger und Unternehmer. Wir setzen uns für die Wahlfreiheit beim Bezahlen ein und sind nicht bereit, die Freiheitsrechte der Bürger auf dem Altar der Sicherheit zu opfern.“

„Es freut mich, dass die Meinung der Regierungsmannschaft mit der unserer Unternehmer übereinstimmt“, präsentierte WK-Präsident Jürgen Bodenseer die Ergebnisse einer Blitzumfrage. „95 Prozent der Tiroler Unternehmer sind gegen die Abschaffung des Bargeldes und 69 Prozent finden eine Bargeldobergrenze für wenig sinnvoll.“ Die Gründe: Verlust der Privatsphäre (82,1 Prozent), fehlende Flexibilität (69,9 Prozent) und gesellschaftliche Gründe (53,2 Prozent). Im Moment sind in Tirol drei Milliarden an Bargeld im Umlauf und knapp 93 Prozent der Österreicher zahlen mehrmals die Woche bar.

„Nicht der Bürger, sondern der Staat muss gläserner werden und seine Entscheidungen transparenter machen“, waren sich Bodenseer und Mahrer einig. „Die technologische Entwicklung macht es notwendig, dass der Fokus verstärkt auf Datenschutz und Datensouveränität gelenkt wird.“

Bodenseer und Mahrer wollen dass die Wahlfreiheit beim Bezahlen erhalten bleibt.

WK-Präsident Jürgen Bodenseer und Staatssekretär Harald Mahrer (r.) präsentierten eine Umfrage zum Bargeld. Foto: WKT

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