Tiroler Golfplatzkonzept ist pure Planwirtschaft

Das Tiroler Golfplatzkonzept wird novelliert. Wo in Tirol Golfplätze errichtet werden können und wo nicht, wird somit für Jahre im Vorhinein geregelt. Das sei ein schwerer Fehler, warnt die Wirtschaftskammer Tirol.

Die Novelle halten manche für einen Fortschritt. Die Wahrheit ist: Das Golfplatzkonzept abzuschaffen wäre der einzig wahre Fortschritt. „Nicht alles, was man regulieren kann, soll man auch regulieren“, meint WK-Präsident Jürgen Bodenseer, „das Golfplatzkonzept würde sich ideal als Vorzeigeprojekt für den Bürokratieabbau eignen. Denn im Grunde braucht es niemand.“

Jedes Projekt individuell beurteilen

Der WK-Präsident hat starke Argumente zur Hand, warum ein Konzept für die Tiroler Golfplätze überflüssig ist. Die Einteilung in Standortregionen ist altmodisch und ungerecht. „Das schert ganze Talschaften über einen Kamm. Das Instrument ist pure Planwirtschaft – und die funktioniert bekanntlich nicht.“ Einzig sinnvoll wäre, jedes Projekt ganz individuell zu beurteilen. Es ist völlig ausreichend, wenn Finanzierung, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit eines geplanten Projektes von den Projektanten fundiert nachgewiesen werden müssen. Alle Belange, die den Umweltschutz betreffen, werden ohnehin in der Folge im strengen UVP-Verfahren detailliert geprüft.

Mit dieser Vorgangsweise würden sich Absurditäten, wie sie derzeit in der Novelle geplant sind, erübrigen. Dort ist unter anderem vorgesehen, dass in bestimmten Regionen gar keine Golfplätze mehr errichtet werden dürfen. Oder, dass fragwürdige Mindestflächen einzuhalten sind. Oder, dass Übungsanlagen nur in der Nähe von Vier- und Fünfsternhotels gebaut werden dürfen.

Golf ist in Tirol längst ein Breitensport

Vor lauter Scheuklappen ist in der Novelle auch kein Platz für „City Golf“: Durch die kleineren, kompakteren Ausmaße dieses Konzeptes und die Realisierung in der Nähe von zentralen Orten wie etwa Hall würde Golf für breite Bevölkerungs- und Gästeschichten leichter zugänglich gemacht werden. Wenn dafür im neuen Konzept kein Platz ist, bringt sich Tirol für Jahre um eine innovative Chance im Freizeit- und Sportbereich.

Ein Lichtblick in der Novelle soll auch nicht unerwähnt bleiben: Immerhin können Moorflächen nun unter bestimmten Umständen in Golfplätze integriert werden.

Das Übergewicht der Einschränkungen im Tiroler Golfplatzkonzept ignoriert völlig, dass Golf mehr und mehr zum Breitensport wird. „Golfplätze sind ein wichtiger Teil des Sportangebotes für Gäste und Einheimische. Je stärker sie reguliert werden, desto mehr werden sie ins elitäre Eck geschoben, wo sie nicht hingehören.“ Für Bodenseer ist es demnach höchste Zeit, mit diesem überholten Denken aufzuhören.

Völlig übersehen wird auch, dass gerade Golfplätze in vielen Fällen auch eine zügellose Verbauung verhindern: „Wie zum Beispiel der Golfplatz beim Schloss Kaps in Kitzbühel. Dort würden viele Häuser von betuchten Zweitwohnsitzlern stehen, wäre nicht dieser schöne Golfplatz mit vielen Bäumen und kreuzenden Wegen.“

Sommersaison profitiert vom Golftourismus

„Die Politik beklagt zwar ständig die Übermacht des Winters, macht aber gleichzeitig innovative Projekte für den Sommertourismus, wie Golfplätze, möglichst schwer“, wundert sich Jürgen Bodenseer. Starre Rechtskorsette wie das Golfplatzkonzept nehmen jeglichen Spielraum. Übrig bleibt eine Zulässigkeit nach plumpen Schablonen. „Doch das können auch Beamte erledigen. Wir haben unsere Politiker gewählt, damit sie mutig und flexibel im Einzelfall entscheiden und dafür gerade stehen.

Wenn sich Politiker feig hinter planwirtschaftlichen Konzepten verstecken, erledigen sie im Grunde ihren Job nicht richtig“, so Bodenseer. Er fordert, dass die Zeit der Nachdenkpausen, der Konzepte und Programme endlich vorbei ist und die Regierenden sich mit dem beschäftigen, was zu tun ist: dem Regieren.

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