HolzStudio: “Einen Holzboden muss man spüren”

Vor einem knappen Jahr brannte das Betriebsgebäude von HolzStudio Oberacher in Oberndorf bis auf die Grundmauern nieder. Doch aufgeben kam für das Team um Martin Oberacher nie in Frage.

Sonntag, 17. Mai 2015, zwei Uhr nachts. Blaulicht. Sirenen. Rauch. Aus dem Gebäude von HolzStudio Oberacher in Oberndorf schlagen hohe Flammen. Martin Oberacher und sein Team standen nach dem Brand in dieser Nacht vor dem Nichts. Das Gebäude musste komplett abgerissen werden. Doch aufgeben kam für Martin und Ulrike Oberacher sowie Sohn Simon und Neffe Marco Koidl „keine Sekunde” in Frage.

Die Nachbarn halfen mit Infrastruktur aus, es wurden Zelte und Container aufgestellt und der Betrieb ging ungehindert weiter. „Die Aufträge waren da, die Mitarbeiter motiviert. Du darfst als Chef keinen Moment zögern, zu keinem Zeitpunkt wanken. Und jeder Schritt, alles, was du erreichst, gibt dir auch wieder unheimlich viel Kraft”, betont Martin Oberacher.

Gelebte Regionalität

März 2016. Senior- und Juniorchef sitzen im neu erbauten, hellen Verkaufsraum vom HolzStudio – dem Spezialisten für Böden, Stoffe, Sonnenschutz und Polsterungen. „In solchen Situationen wird dir bewusst, wie wichtig Heimat ist”, betont Oberacher. Regionalität und Zusammenhalt. Das sind auch die zentralen Elemente der Unternehmensphilosophie. Produkte aus der Region für die Region.

„In einem so hart umkämpften Markt wie dem unseren ist es unumgänglich, im Verbund zu arbeiten, Synergien zu nützen und die bestehenden Ressourcen zum Vorteil aller einzusetzen”, sagt Oberacher und tätschelt Unternehmenshund Jacky liebevoll den Kopf. So sind die HolzStudio-Tischler beispielsweise zur Untermiete in einer anderen Tischlerei tätig. „Effizienz, auch in finanzieller Hinsicht. Von solchen Aktionen profitieren beide Seiten”, weiß der Tiroler Unternehmer.

Oberacher musste, so sagt er, erst 36 Jahre alt werden, ehe er den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. „Ich war lange Prokurist in einem Betrieb, doch als das mit der Übernahme dann doch nicht so klappte, wie vorgestellt, machte ich Nägel mit Köpfen. Also habe ich vor 15 Jahren mit nix angefangen.” Heute ist der Betrieb mit rund 22 Mitarbeitern weit über Tirols Grenzen hinaus tätig. „Wir sind am liebsten regional unterwegs, werden aber europaweit gerufen”, sagt Oberacher und lacht.

Holzboden (Paul Dahan)

Selbst in Dubai haben die Spezialisten Böden verlegt – für ein international tätiges Immobilienunternehmen. „Das persönliche Vertrauen, die Qualität und das gute Gefühl ist es diesen Kunden Wert, tiefer in die Tasche zu greifen”, weiß Koidl, der seit drei Jahren am HolzStudio beteiligt ist. „Solche Projekte sind die Butter auf dem Brot. Doch unsere Zielkunden sind nach wie vor die Menschen vor Ort in unserem unmittelbaren Umfeld. Für sie wollen wir attraktiv bleiben.”

Einen Holzboden, so Oberacher „kann man nicht erklären – einen Holzboden muss man spüren, man muss ihn erleben und fühlen.” Jede Diele und jedes Brett trage seinen Teil für ein behagliches Wohnklima bei.

Um die hohe Qualität auch weiterhin garantieren zu können, legt das Kitzbüheler Unternehmen großen Wert auf die Lehrlingsausbildung. Im Moment werden zwei Tapezierer und ein Bodenleger zu Fachkräften ausgebildet. Die meisten jungen Menschen bleiben nach dem Abschluss ihrer Lehrzeit beim Kitzbüheler Unternehmen.

„Oft geht es nur darum, in den jungen Menschen ihr Potenzial zu wecken”, sagt Martin Oberacher und nickt einem jungen Paar freundlich zu, das gerade zur Tür hereinkommt – in ein Gebäude, an dem nichts mehr an das dramatische Ereignis vom 17. Mai vorigen Jahres erinnert.

» Mehr über das Kitzbüheler Unternehmen finden Sie auf der Homepage von HolzStudio Oberacher.

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