Alles nur Pfusch? Baubranche will Ausbildung stärken

Der Baubranche geht es gut. Die Arbeitslosenrate ist rückläufig, die rechtlichen Rahmenbedingungen wurden verbessert.  Und nicht zuletzt soll ein Impulspaket  der Bauwirtschaft neuen Schwung bringen. Darauf könnte die Branche sprichwörtlich bauen – wäre da nicht der “Pfusch am Bau”. Die brisante Thematik wurde deshalb kurzerhand zum Sonderthema beim diesjährigen Bautag im Innsbrucker Congress erklärt.

Ob der vielen Mängel, die bei vielen Neubauten immer öfter aufzutreten scheinen, stellt sich die Frage: Ist denn alles nur mehr Pfusch am Bau? Für Andreas Kreutzer, Geschäftsführer von Kreutzer Fischer & Partner Consulting GmbH, ist vor allem in Wien die Situation gravierend. Doch auch Tirol ist keine Insel der Seeligen. Eine der Hauptursachen ist der steigende Preisdruck. Dieser verkürzt die Vorgabezeiten, die Arbeit auf den Baustellen muss folglich in immer weniger Zeit erledigt werden.

Doch viele Baustellen tun sich sprichwörtlich auch bei den Qualifikationen des Personals auf. Für Kreutzer sind die vielen Subunternehmer aus östlichen Nachbarländern der entscheidende Faktor. Das sieht auch der aus der ATV-Serie “Pfusch am Bau” bekannte Bausachverständige Günther Nussbaum so. Die Probleme entstünden im Schnittstellenbereich. Die mangelhafte Zusammenarbeit der beteiligten Firmen lässt die Frage, wer die Verwantwortung trägt, aber oft im Unklaren.

Qualitative Ausbildung gegen Pfusch am Bau

Damit Tirol vor allzuvielen Horror-Szenarien, wie man sie aus der Serie “Pfusch am Bau” kennt, gewappnet ist, empfiehlt Kreutzer drei Maßnahmen: Personalqualifikation, Zeitmanagement, und Vertrags- bzw. Planungsqualität. “Entscheidend ist es, den qualifizierten Nachwuchs abzusichern, denn die technische Komplexität hinsichtlich der Ausführung steigt stetig”, so Kreutzer. Beim Thema Ausbildung stehe Österreich hervorragend da, meint Gewerbeobmann Georg Steixner. “Das triale Ausbildungssystem ist ein Vorzeigemodell. Die Anforderungen steigen aber kontinuierlich, deshalb müssen auch die Ausbildungsmöglichkeiten weiter wachsen”, so der Obmann.

Das Problem der vielen Subunternehmen kann mit einem Generalplaner gelöst werden, so Nussbaum. Die Gewerbe-Liberalisierung habe ihren Teil zum hohen Pfusch-Anteil beigetragen. Er empfiehlt den Konsumenten, sich ganz genau beraten zu lassen. Dadurch würden sich die “Häuselbauer” schlussendlich auch für Qualität entscheiden.

Alles Pfusch am Bau?

Spartenobmann Georg Steixner, Landesinnungsmeister Anton Rieder, Moderator und Wirtschaftsexperte Ronald Barazon, Andreas Oberlechner (Rechts- und Konsumentenpolitische Abteilung der AK Tirol) und Günther Nussbaum (ATV Serie „Pfusch am Bau“), v.l. Foto: ofp

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