Forcher: Die verlängerte Werkbank für den Möbelhandel

Innovation mit tiefen Wurzeln: Interieur-Projekte, Luxus-Badewannen aus Holz und preisgekröntes zeitgenössisches Design. Bei Forcher entsteht im Miteinander Möbelqualität aus Tirol.

Die Ziffern der Uhr zeigen 12:30 an. In der 6.000 Quadratmeter großen Werkstatt von Forcher in Lienz verstummt allmählich der Maschinenlärm. Mittagspause. Behände schwingt sich der junge Bursch auf die leicht erhöhte Werkbank – neben seine Kollegen, und nimmt einen kräftigen Schluck aus der Wasserflasche. Zu den Lehrlingen gesellen sich die Ausbilder und älteren Mitarbeiter. Lachen. Gesprächsfetzen. Rascheln von Wurstsemmelpapier. Gelöste Stimmung. Teamwork. Nicht nur in der Mittagspause. Das Miteinander steht beim Tischlereibetrieb vor allem bei der Arbeit im Vordergrund.

Forcher ist gewachsene Tradition

12.000 Quadratmeter Grund. 84 Mitarbeiter, davon 13 Lehrlinge, zahlreiche Preise und Aufträge in der ganzen Welt. Was 1928 von Mesner Gabriel Forcher als Zubrot gegründet wurde, hat Enkel Gerhard als erfolgreichen Betrieb in die Zukunft geführt. Von Interieur-Projekten über Luxus-Badewannen aus Holz bis hin zu zeitgenössischem Möbeldesign – Forcher steht für Möbelqualität aus Tirol. „Innovation mit tiefen Wurzeln. Die einzige Konstante ist die Veränderung, doch mindestens ebenso wichtig ist es zu wissen, wer man ist und wo man hin will. So versuchen wir, Tradition und Technologie auf hohem Niveau zu vereinen“, erklärt Gerhard Forcher die Philosophie.

Hinter der unscheinbaren Fassade im Lienzer Industriegebiet vermutet keiner die Ausmaße, die die Möbelproduktion von Forcher tatsächlich hat. „Seit der Seniorchef mit seiner Frau Paula 1968 hier die Werkstatt errichtet hat, wurde mehr als 20 Mal um- und ausgebaut sowie erweitert“, erklärt Prokurist Andreas Wolsegger – seit 1987 im Betrieb – während er durch die technisch hochmodern ausgestatteten Räume führt. Forcher versteht sich „als verlängerter Arm für den Möbelfachhandel. Wir beliefern ausschließlich den Handel.“

Die Kunden sind hauptsächlich in Österreich, Deutschland und Südtirol angesiedelt. Doch der Osttiroler Tischlereibetrieb liefert auch ins ferne Ausland, etwa Amerika, Kanada oder Russland. Individuell. Qualitativ hochwertig und flexibel. „Wir verstehen uns als Problemlöser für die Verkäufer vor Ort. Wir sind Partner für Spezialaufträge und keine Produzenten für 0815-Ware“, betont Wolsegger.

Forcher Zirbenbett

Den richtigen Riecher für innovative Möbel

Nicht stehen bleiben, nicht einfach abwarten, sondern innovativ sein. Das ist eines der Erfolgsrezepte von Forcher. „Nicht jedes Vorwärts geht auch automatisch in die richtige Richtung. Nicht jede Idee setzt sich auf dem Markt durch“, weiß der Prokurist. Doch dass Forcher oft den richtigen Riecher hat, beweisen zahlreiche Designpreise. Sei es für die Badewanne aus Holz, das Bankmodell Veith oder das Zirbenbett, das perfekt zur Philospie, Tradition und Bodenständigkeit des Betriebs passt.

Die Badewanne beispielsweise, so Wolsegger, war vor allem technisch eine große Herausforderung. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mit der Innsbrucker Architektin Nina Mair. „Hier sind wir an die Grenzen der Belastbarkeit des Materials Holz gegangen. Dünner lässt sich eine Holzbadewanne nicht ausführen“, weiß der Osttiroler und streicht mit der Hand über die Oberfläche – amerikanisches Walnussholz. Noch steht das innovative Möbel in der Osttiroler Werkstatt. Doch schon in ein paar Tagen badet darin eine Familie im kanadischen Toronto.

Regionale Verbundenheit als Erfolgsmodell

Ein wichtiger Bestandteil der Firmenphilosophie ist die Verbundenheit zur Region. „Aus ihr beziehen wir unseren Rohstoff, unsere Mitarbeiter und unsere Kreativität für neue Möbel.“ Bei Forcher arbeiten ausschließlich Facharbeiter – zu einem großen Teil selbst ausgebildet. „Wir haben langgediente Mitarbeiter, die schon als Lehrlinge hier angefangen haben und heute selbst ausbilden.“ Ausgebildet werden vorwiegend Tischler und Tapezierer. „Wir bieten auch das Modell Lehre und Matura“, sagt der Prokurist und nickt seinen Mitarbeitern freundlich zu, die nach verdienter Pause wieder zur Arbeit zurückkehren.

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Forcher Möbel
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