Innsbruck: Bustourismus als Wirtschaftsfaktor

Präsentation von WK-Studie zu Bustourismus Innsbruck

Präsentierten die WK-Studie zu Innsbrucks Bustourismus: Andreas Brix (Obmann Altstadtverein Innsbruck), Marlene Hopfgartner (WK-Wirtschaftspolitik) und Karl Ischia (WK-Bezirksobmann Innsbruck Stadt). Foto: WKT

Die Ergebnisse einer von der WK präsentierten Studie sprechen für sich: 22.000 Busanfahrten, 880.000 Gäste, 1.225 Vollzeitäquivalente und eine Wertschöpfung von rund 84 Millionen Euro. Nur die Innsbrucker Stadtpolitik scheint die Wichtigkeit des Bustourismus nicht immer zu erkennen.

Der Bustourismus gewinnt vor allem für die Städte zunehmend an Bedeutung. Wie sehr das auf Innsbruck zutrifft, zeigen nun aktuelle Zahlen der WK Tirol. „Die Abteilung Wirtschaftspolitik und Strategie hat für die Bezirksstelle Ibk-Stadt untersucht, was der Innsbrucker Bustourismus dem Wirtschaftsstandort Tirol bringt“, erklärt Bezirksobmann Karl Ischia und ergänzt: „Und zwar hinsichtlich Bruttowertschöpfung, Beschäftigung und verfügbares Einkommen.“

Die jährlich rund 880.000 Gäste, die Innsbruck via Bus besuchen und Geld für Gastronomie, Unterkunft, Handel, Kultur und Freizeit ausgeben, führen zu einem Wertschöpfungseffekt von rund 84 Mio. Euro und einen Einkommenseffekt von rund 51 Mio. Euro für ganz Tirol“, nennt Ischia die Ergebnisse.

Am meisten, so Marlene Hopfgartner von der Abteilung für Wirtschaftspolitik und Strategie, profitiert der Handel mit einem Wertschöpfungseffekt von rund 27 Millionen Euro und einem Beschäftigungseffekt von ca. 515 Vollzeitarbeitsplätzen. Aber auch die Branchen ,Beherbergung und Gastronomie‘ sowie ,Kunst, Unterhaltung und Erholung‘ profitieren spürbar vom Innsbrucker Bustourismus.“

Stadt erkennt Wichtigkeit nicht

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. „Doch die Innsbrucker Stadtpolitik scheint die Wichtigkeit des Bustourismus als Wirtschaftsfaktor massiv zu unterschätzen. Davon zeugt das völlig unreflektierte Ansinnen eines kompletten Busparkverbotes im Stadtgebiet ohne adäquate Ersatzlösung, oder die absolut überzogene Haltung bei der Verlegung der Bushaltestelle aus der Heiliggeiststraße“, kann Ischia nur den Kopf schütteln.

Der Reisebusmarkt ist hart umkämpft, die Preise werden dementsprechend knapp kalkuliert. „Man muss davon ausgehen, dass ausländische Omnibusse kurzerhand Innsbruck von ihrer Reiselandkarte streichen werden. Wie sensibel der Bustourismus auf solche Verschlechterungen reagiert, kann man deutlich am Beispiel Salzburg erkennen“, gibt der Obmann zu Bedenken.

Busreisen nach Innsbruck nehmen zu

Innsbruck hat seinen Gästen einiges zu bieten. „Das Paket an historischen Sehenswürdigkeiten, Museen, hervorragender Gastronomie, einem interessanten Mix an Geschäften und das einzigartige Panorama machen Innsbruck zu einem Magneten für Busreisende. Nachdem der Trend am asiatischen aber auch am europäischen Markt stark in Richtung Kurzurlaub und Städtetourismus geht, hat sich Innsbruck hier richtig positioniert“, weiß Andreas Brix, Obmann des Altstadtvereins.Besonders begünstigt werde diese Situation durch einen Busparkplatz im Zentrum, der weit mehr als die Hälfte der Busse pro Jahr aufnehmen kann. Und hier ist es eben ganz wichtig, dass diese zentrale Busparkmöglichkeit am Fennerareal auch erhalten bleibt!“

In dieselbe Kerbe schlägt Ischia: „Man sollte durch eine gut funktionierende Reisebuslösung die Attraktivität der Stadt weiter erhöhen, anstatt sie mit politisch fragwürdigen Entscheidungen zu schmälern. Denn eines darf man nicht vergessen: Die Klientel, die per Bus nach Innsbruck kommt, ist nämlich, entgegen der weitverbreiteten Meinung, großteils eine finanziell sehr potente.“

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