Micado: Der Spezialist für extrem kurze Rüstzeiten

Micado baut Sondermaschinen für die Flugzeug- und Automobilindustrie. Darüber hinaus entwickelt das Osttiroler Unternehmen innovative Produkte für den Sport-, Alpin- und Lifestylebereich.

Die Arme der riesigen Maschine fahren aus und saugen sich – ähnlich wie die Tentakel eines Oktopus – an das Flugzeugteil, das später einmal in einem Airbus 350 verbaut sein wird. Hedgehog (Igel) lautet der klingende Name der Aufspannvorrichtung aus dem Hause Micado. Das Oberlienzer Unternehmen hat sich in den letzten Jahren mit innovativem Denken und technischer Präzisionsarbeit in der internationalen Luftfahrtbranche einen Namen gemacht.

„Die Teile müssen noch nachbearbeitet werden. Es fehlen zum Beispiel Bohrungen, die Kontur ist noch nicht beschnitten”, erklärt Geschäftsführer Edwin Meindl und fährt mit seinen Fingern über die zerfransten Ränder des Kohlefaserteils. Mit dem Hedgehog, der, wenn er ausgefahren ist, wie ein stacheliger Igel ausschaut, werden Verkleidungsteile für die Mechanik der Landeklappen am Airbus A350 gespannt.

„Wir haben die schwedische Firma Saab, die diese Teile für den Airbus herstellt, 2013 auf einer Messe kennen gelernt”, erinnert sich Meindl. Voriges Jahr war eine Delegation in Obelienz und so begeistert vom innovativen 23-köpfigen Team und den Maschinen, dass Micado auch schon Nachfolgeaufträge erhalten hat.

Ersparnis dank völliger Automation

„Wir entwickeln und bauen gesteuerte und intelligente Aufspannvorrichtungen. Das macht uns einzigartig. Mit Hedgehog können 24 verschiedene Bauteile mit einer Länge von ein bis sechs Metern völlig automatisiert gespannt werden”, erklärt Meindl. Die Maschine saugt sich wie ein Staubsauger an das Teil und hält es bombenfest in der richtigen Position. „Der Vorteil liegt in der extrem schnellen Rüstzeit. Dadurch ersparen sich die Unternehmen auch Lagerkosten – früher waren dafür 24 unterschiedliche Spannvorrichtungen nötig – und zusätzliche Investitionen, etwa für Fräsmaschinen.

Innovative Ideen nehmen im Osttiroler Betrieb nicht nur für die Luftfahrtbranche Gestalt an. Auch in anderen Bereichen leistet Micado Entwicklungsarbeit. „Diese Abteilung ist eigentlich aus einem meiner Hobbys heraus entstanden. Heute sind vier Entwickler beschäftigt”, sagt Meindl und holt den Prototypen eines der Produkte hervor, eine Klettersteigbremse. „Wir arbeiten mit Firmen wie Salomon, Salewa oder Gloryfy zusammen.” Sicherungsgeräte oder Bindungen für Alpinskier sind einige der Innovationen, die in Osttirol entstanden sind.

„Du musst viel Vorarbeit leisten und investieren, ehe du bei den Firmen Gehör findest. Denn sie haben nicht immer die gleiche Idee und Fantasie im Kopf wie man selbst”, weiß Meindl. Das Tüfteln und Entwickeln liegt dem Unternehmer im Blut. „Je kniffliger das Problem, umso spannender ist die Herausforderung”, sagt Meindl bestimmt, während er den Igel dabei beobachtet, wie er das nächste Bauteil ansaugt.

» Mehr Informationen gibt es auf der Homepage von Micado.

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