Geo-Alpin: Bauarbeiten am Abgrund

Die Profis für schwindelerregende Höhen und unwegsame Gelände. Pisten-, Liftbau, Verankerungen, Lawinensicherung, Steinschlagnetze etc.: Geo-Alpinbau scheut keine hoch- bzw. tiefbautechnische Herausforderung.

Der Wind peitscht mit 250 km/h um die Zugspitze. Gnadenlos. Nichtsdestotrotz stemmt sich der Kranfahrer, die Mütze tief ins Gesicht gezogen, mutig gegen die Naturgewalt und klettert in 3.000 Metern Seehöhe sicheren Schrittes auf den Kran, um ihn zu enteisen. 2.000 Kubikmeter Beton. 600 Tonnen Stahl. Arbeiten im Seil hängend, Schremmen in der steilen Felswand, Sprengen, Baggern, Sichern und Betonieren am Abgrund: Wo andere längst der Mut verlässt, realisieren die Mitarbeiter von Geo-Alpinbau imposante Bauten, wie die Eibsee-Seilbahn auf die bayrische Zugspitze.

„Für solche Vorhaben braucht es die Besten der Besten. Spezialisten. Unerschrockene. Eben gestandene Männer”, sagt Helmut Ortler lachend und fügt bestimmt hinzu: „Das zeichnet uns aus: Tiroler Know-how. Vielseitig. Leistungsfähig und erfahren.” Dem Unternehmensgründer pfeift zwar nicht der Wind um die Ohren. Doch sein Büro im Gewerbegebiet von Mils bei Imst erinnert mit der funktionellen und spartanischen Einrichtung eher an einen Container als an ein Chefbüro. Doch so aufregend die Baustellen, so unaufgeregt und bodenständig ist das Team. Geo-Alpinbau ist im Hoch-, Tief-, Alpinbau und im Bereich Immobilien tätig. Die tragende Säule ist der hochalpine Sektor, der Pistenbau, Beschneiung, Speicherteich, Tal-, Bergstation und Liftbau umfasst.

Geo-Alpinbau: Ein Tiroler Familienbetrieb

2008 gegründet, hat Ortler, gelernter Maurer, ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut. Mit einem Jahresumsatz von 20 Millionen Euro und rund 80 Mitarbeitern. Und das sozusagen aus dem Nichts. „Mhm. Wie man das schafft? Das Streben nach mehr würd’ ich sagen”, versucht ein nachdenklich wirkender Ortler zu erklären. „Ich bin ein ehrgeiziger Mensch und wusste schon immer, dass ich mein eigener Chef sein will.” Doch ohne seinen Bruder Gustav (kaufmännische Leitung), ist Ortler überzeugt, wäre ihm das nicht gelungen.

Familie spielt bei Geo-Alpin ohnehin eine große Rolle. Ein Viertel der Mitarbeiter ist mit dem Chef verwandt – vom Vater bis zum Neffen – die anderen schon seit vielen Jahren mit dabei. „Wir sind ein Familienbetrieb. Unsere Leute können sich zu einhundert Prozent aufeinander verlassen.” Bei Baustellen am Abgrund unabdingbar. „Dadurch konnten wir mit Vertrauen und Know-how wachsen und das ist es, was uns in diesen unwegsamen Geländen so gut macht”, betont der Chef und greift zum Bauhelm, der auf einem kleinen Beistelltisch in seinem Büro liegt – neben Messinstrumenten und Plänen. „Ich habe bei der einen oder anderen Baustelle selbst die Leitung inne, doch dafür bleibt immer weniger Zeit”, meint der 43-Jährige. Er ist der Mann im Hintergrund, der die Fäden zieht. Von der Auftragsbeschaffung über die Kalkulation bis hin zur termingerechten Abwicklung zeichnet der Chef zuständig. Dennoch kennt er jeden seiner Mitarbeiter und hat immer ein offenes Ohr für deren Probleme. Und Helmut Ortler ist ein Mann mit Prinzipien, für den Ehrlichkeit an erster Stelle steht.

Der Zaunkönig

Dass er und sein Unternehmen im Zuge der Grenzkontrollen in Österreich oftmals in einem kritischen Licht erscheinen, berührt Ortler nicht sonderlich. „Wir sind ein Bauunternehmen, das sich allen hoch- und tiefbautechnischen Herausforderungen annimmt. Aber: Zaun ist nicht gleich Zaun.” Schon im vergangenen Jahr habe man für den G7 Gipfel einen 7,5 Kilometer langen Sicherheitszaun um das Schloss Elmau errichtet. Eigentlich wurde dieser Zaun als Steinschlagschutz entwickelt. „Die Besonderheiten sind sicherlich seine Beschaffenheit und die Bodenverankerung, die es erlaubt, ihn auch in unwegsamem Waldgelände zu verbauen. „Der Zaun ist lediglich ein Leitsystem, damit die Flüchtlinge zur richtigen Stelle finden. Nicht mehr und nicht weniger. Für uns ein Bauvorhaben wie jedes andere”, erklärt Ortler die Hintergründe.

Und während der Chef zu einem Aktenordner greift, baggern, schremmen und betonieren seine Männer auf Deutschlands höchster Baustelle unerschrocken weiter – 3.000 Meter über dem Abgrund.

Geo-Alpinbau: Meilensteine einer Erfolgsgeschichte

Bildergalerie:

Fotos: Geo-Alpinbau

» Mehr Informationen zum Unternehmen und seinen Projekten gibt es auf der Homepage von Geo-Alpin.

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