Österreich mit dritthöchstem Fachkräftemangel in der EU

Koch bei der Arbeit

Die Unternehmer hierzulande haben große Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Foto: iStockphoto

 

63 Prozent der Unternehmer haben Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu finden. Der Grund für den Fachkräftemangel in Österreich liegt nicht in der Quantität der Bewerber, sondern in der Qualifikation. Mit einer Initiative für neue Kompetenzen will die Kommission Humankapital zukünftig besser nutzen.

Aus dem aktuellen Beschäftigungs-und Sozialbericht der EU geht hervor, dass Unternehmen in Österreich im EU-Vergleich große Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifiziertem Personal haben. Der von der Europäischen Kommission jährlich veröffentlichte Bericht zu “Employment and Social Developments in Europe” analysiert Trends im Beschäftigungs-und Sozialbereich und politische Maßnahmen.

Wie der 2015 erstellte Bericht nun zeigt, geben 63 Prozent aller Unternehmer in Österreich an, kein qualifiziertes Personal zu finden. Damit liegt Österreich von 28 EU-Staaten an dritter Stelle. Allerdings fand die Umfrage 2013 statt, als Österreich noch die geringste Arbeitslosigkeit in der EU verzeichnete.
Somit haben Unternehmen trotz der schwierigen Arbeitsmarktlage Probleme bei der Besetzung bestimmter freier Stellen. Weiters zeigt der Beschäftigungs-und Sozialbericht 2015, dass ein signifikanter Teil der Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern unter seinem Qualifikationsniveau beschäftigt ist.

Qualifikationsniveau heben, Mobilität fördern

Nach dem Bericht soll die Mobilität von EU-und Nicht-EU-Arbeitskräften innerhalb der EU besser ausgeschöpft werden. Allerdings müsste künftig dem Qualifikationsniveau von Arbeitnehmern mehr Bedeutung zu kommen. Der unzureichenden Nutzung von Humankapital will die Europäische Kommission 2016 mit einer Initiative für neue Kompetenzen begegnen. Aufgrund der weiterhin niedrigen Beschäftigungsquote von Frauen und älteren Arbeitnehmern will die EU darüber hinaus die Arbeitsmarktbeteiligung dieser Personengruppe vermehrt fördern. Flüchtlingskrise und Zuwanderung aus EU-Staaten beherrschen derzeit die Diskussion zum Arbeitsmarkt.

Übersehen wird, dass trotz des großen Arbeitskräfteangebots vor allem in Westösterreich ein erheblicher Mangel an Fach-und Spitzenkräften besteht. Umso wichtiger ist es, die überregionale Mobilität der Österreicher zu forcieren, die Arbeitnehmerfreizügigkeit nicht einzuschränken und bezüglich Drittstaatsangehörigen auf qualifizierte statt auf unqualifizierte Zuwanderung zu setzen.

Fachkräftemangel ist qualitatives Problem

“Das Fachkräfteproblem ist mehr ein qualitatives statt quantitatives”, betont auch Martin Felder, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Tirol und verweist auf die aktuellen Zahlen. In der ursprünglichen Bevölkerungsprognose aus dem Jahr 2011 ging man davon aus, dass in Tirol vom Jahr 2015 bis zum Jahr 2035 das für den Arbeitsmarkt besonders relevante Segment der 15-bis 59-Jährigen um rund 35.000 Personen auf ca. 416.000 Personen zurückgehen wird.
Tatsächlich wird der Rückgang durch die verstärkte Zuwanderung insgesamt aber nur rund 7.000 Personen ausmachen. Damit werden im Jahr 2035 um über 29.000 Personen mehr am Arbeitsmarkt verfügbar sein als ursprünglich angenommen. (Siehe dazu auch: Bevölkerungszahl steigt, aber wo bleiben die Fachkräfte?)

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!