Falsche Adresse

KOMMENTAR

Politik und Interessenvertretungen erwischen mit ihren Maßnahmen oft die Falschen – und merken es nicht einmal.

 

Politik und Interessenvertretungen agieren beherzt – erwischen aber oft die falsche Adresse. Drei Beispiele.

Beispiel eins: Die neue, alte Brenner-Grenze. Anstatt den Druck auf die EU zu erhöhen, endlich ihre Außengrenzen zu kontrollieren und die Verteilung der Flüchtlinge fair zu regeln, fallen überall die Grenzbalken runter. Mit dem Effekt, dass die viel beschworene Euregio zum Witz wird. Klarer Fall von falscher Adresse: Die Frächter und Urlauber, die an den neuen, alten Grenzen stundenlang warten, können für das Versagen der EU-Politiker nichts. Deshalb braucht es Siebe und Kontrollen dort, wo Platz und Zeit ist – in Verona, Trient und Bozen, damit sich die Endkontrolle am Brenner in Grenzen hält.

Beispiel zwei: Auf der einen Seite verordnet Tirol den Autobahn-Hunderter. Auf der anderen Seite hat die EU auf Druck von VW & Co die Grenzwerte für Stickoxide um 110 Prozent erhöht. Und jetzt stellt diese beiden Effekte gegenüber: Ein paar Promille durch den Kriechgang in Tirol und die Verdoppelung der Schadstoffe durch die EU-Regelung. Welchen Sinn hat da der Tiroler Alleingang noch? Ach ja – um sich das Sektorale Fahrverbot zu erbetteln, das wieder die Falschen erwischt, weil es auf die Ladung abzielt und nicht darauf, was beim Auspuff heraus kommt.

Beispiel drei: Die Tiroler Bauern möchten gerne ihr Fleisch und ihre Eier verkaufen. Sie finden es besonders schlau, wenn sie eure Gastwirte dazu zwingen, Herkunftsbezeichnungen auf ihre Speisekarten aufzudrucken. Dort verderben derzeit schon die A-C-E-G-L-P-Allergenkennzeichnungen den Appetit. Sollen die Speisekarten jetzt endgültig zu Beipacktexten werden? Wieder der falsche Adressat: Die Bestellung gibt immer noch der Gast auf. Wem Regionalität wichtig ist, der geht heute schon zu Wirten, die ihre Speisen freiwillig deklarieren, meint

Der Rabe


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