WK und AMS starten Offensive gegen Fachkräftemangel

Der Wirtschaft fehlen die Fachkräfte. Die Tatsache, dass vor allem die Touristiker im Bezirk Kitzbühel im vergangenen Winter große Schwierigkeiten hatten, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, macht deutlich: Es braucht dringend neue Lösungsansätze.

„Die Arbeitslosenzahlen steigen und die Unternehmer suchen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern“, bringt Klaus Lackner, Obmann der Wirtschaftskammer Kitzbühel, die Situation auf den Punkt. Eine der Hauptursachen ist, dass die Qualifikationsanforderungen der Unternehmen  nicht mit dem Qualifikationsprofil der Arbeitssuchenden übereinstimmen (siehe auch: Facharbeitermangel in Tirol: „Es ist total verrückt!“). Dieser “Mismatch” sei für rund 80 Prozent der Arbeitslosigkeit verantwortlich, schätzt Lackner.

Trotzdem ist die Zahl der Beschäftigten im Bezirk Kitzbühel in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Die größten Zuwächs gab es im Gesundheits– und Sozialwesen sowie dem Tourismus, hauptsächlich durch den Zustrom von Arbeitskräften aus anderen EU-Ländern, erklärt Manfred Dag, Leiter des AMS Kitzbühel.

Fachkräftemangel im Tourismus und Gesundheitswesen

So konnten im Tourismus viele Arbeitskräfte aus Ungarn gewonnen werden, wodurch Betriebe vor allem Hilfsstellen besser besetzen konnten. Dag ergänzt: „Es fehlt aber weiterhin an Fachkräften. Vor allem Mitarbeiter für Service und Küche wurden am häufigsten nachgefragt.” Als Reaktion darauf startet das AMS Kitzbühel im April einen Vorbereitungslehrgang für die Lehrabschlussprüfung Koch/Köchin und Restaurantfachmann/-frau.

Auch Fachkräfte für die Altenpflege werden vermehrt gesucht. AMS, Land Tirol, amg- tirol haben gemeinsam mit den Altenwohn- und Pflegeeinrichtungen auf die Situation reagiert und zusätzliche Pflegehilfekurse ermöglicht.

Flexible Ausbildungen für Erwachsene

Viele Betriebe spüren zusehends die Auswirkungen der demographischen Entwicklung. Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, Lehrlinge zu finden. Gerade deshalb ist es wichtig, Erwachsenen den Zugang zu Ausbildungen im zweiten Bildungsweg zu erleichtern. „Es braucht mehr flexible, bedarfsorientierte und praxisnahe Ausbildungen“, ist Dag überzeugt. Eine solche ist die Arbeitsstiftung „Qualifizierung nach Maß“, mit der AMS und Land Tirol gezielt Jobsuchende auf den konkreten Ausbildungsbedarf eines Betriebes ausbilden. Der Betrieb beteiligt sich an den Ausbildungskosten.

Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte

Als größte Herausforderung der nächsten Jahre nennt Dag die Integration der Asyslberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten in den Arbeitsmarkt. Der Tourismus biete viele Beschäftigungsmöglichkeiten: „Wirtschaftskammer und AMS wollen diesen Personen die Arbeitsplätze im Tourismus vorstellen und auch eine gezielte Basisausbildung für den Tourismus anbieten.”

Gezielte Lösungsvorschläge von Wirtschaftskammer und AMS zur Qualifizierung der Arbeitssuchenden sind bereits ausgearbeitet und sollen bald umgesetzt werden.

Weitere Maßnahmen:

  • Flüchtlinge als Saisoniers einsetzen: Sonderkontingent für Flüchtlinge für die kommende Sommer- und Wintersaison – zusätzlich zum bestehenden Kontingent.
  • Kurs für Rezeptionisten
  • Aufschulung von geeigneten Arbeitslosen in die Lehre
  • Der Akademisierung der Tourismusschulen soll entgegengewirkt werden
  • Qualifizierung von Führungskräften
  • Das AMS sucht aus dem Bestand der Arbeitslosen geeignete Personen heraus, die dann auch mittels Eingliederungsbeihilfen (z.B.: Lohnkostenzuschuss, usw.) verstärkt in die Betriebe vermittelt werden.
  • Im Laufe des Jahres wird eine Aktion ins Leben gerufen, bei der Asylwerbern Tourismusbetriebe des Bezirkes und die damit verbundenen Arbeitsmöglichkeiten gezeigt werden sollen – ein Betrieb in Kössen, einer im Pillerseetal, einer in Kitzbühel und einer im Brixental
  • Asylberechtigte erhalten 2016 eine Basisinformation(-ausbildung) zum Tourismus und den Berufsmöglichkeiten.
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