Ein Stadtteil im Aufbruch: Rund um’s Wiltener Platzl

Tradition. Innovation. Kreativität. Das Wiltener Platzl in Innsbruck besticht mit einem bunten Branchenmix und engagierten Unternehmern, die sich nicht scheuen, neue Wege zu beschreiten.

„Sodala, Ihr Sauerkraut”, sagt der Bauer mit dem freundlichen, runden Gesicht und reicht das Sackerl mit dem begehrten Inhalt über den Tresen seines Verkaufsstandes am Wiltener Platzl. Aus den Cafés rund um den Bauernmarkt dringen fröhliche Stimmen, während Kauflustige in den vielen kleinen Geschäften mit dem individuellen Angebot stöbern. Wilten: Bunt, individuell, harmonisch, entschleunigt – und auch ein bisschen schräg. Ein Dorf in der Stadt. Etwas besonderes.

„Seit dem Bürgerbeteiligungsprozess 2005 ist Wilten näher zusammengerückt. Wir sind ein Stadtteil mit kleinen, feinen, inhabergeführten Läden mit speziellen Angeboten”, erklären Barbara Wachter und Adi Rauscher, die Obleute des Vereins zur Förderung des Wirtschaftsstandorts Wilten. Der bunte Mix, die Kombination von Tradition und hippen Konzepten mache die Attraktivität aus. „So sprechen wir einen breiten Kundenkreis an.” Und auch die Aktivitäten des Vereins tragen zu einem lebendigen Stadtteil bei. „Im Advent organisieren wir den Wiltener Weihnachtszauber, es gibt jedes Jahr den Kultursommer und heuer wird es in Kooperation mit der Wirtschaftskammer ein großes Stadtteilfest geben.”

Bunter Branchenmix

Alteingesessene Traditionsbetriebe, Gastronomie, Kunst, Handwerk, innovative Konzepte. Die Vielfalt ist groß: Heu & Stroh Trachtenmode, Vieider Moden, Wachter’s Wohnen & Schenken, L’Occitane en Provence (französiche Kosmetika), Schönheitssalon Atelier Blanc, Optiker Stefan Wolf – der Optiker mit Vintage-Charme, Tobis Travel Solutions, styleconception_designart (einzigartige Objekte und Kleinserien ausgewählter Designer und Künstler), Goldene Nadel (Schneiderei), Stoff Eule, Puro (Blumen und sardische Spezialitäten), die Gastrobetriebe Immerland und Olive (vegetarisches Restaurant), Bohnissimo (Kauf und Reparatur von Kaffeemaschinen), Segafredo, Lederschneiderei, Architekturbüro u.v.m. (siehe unten).

„Die Neugestaltung und die Initiative des Vereins und der Betriebe hat viel gebracht. Als nächstes muss der Kaiserschützenplatz in Angriff genommen werden”, betonen die Obleute in Richtung Stadtpolitik. Mehr zu Veranstaltungen und Aktionen gibt’s auf der Facebook-Seite des Vereins Wiltener Platzl.

 

Robo: Internationale Küche mit regionalen Zutaten

Fast-Slow-Food: Zwei Menüs, nachhaltige, hochwertige Ingredenzien, ein simples Design und eine persönliche Atmosphäre.

Lokal Fast-Slow-Food

Self-Made-Koch Robert “Robo” Oberzaucher in der Küche seines gemütlichen Lokals in der Leopoldstraße. Foto: Robo

„Ich bin ins kalte Wasser gesprungen. Ich hatte Null Erfahrung im Gastgewerbe. Das war ein absoluter Querschuss”, erzählt Robert „Robo” Oberzaucher und lacht. Doch wie sich zeigt, ein Schuss ins Schwarze. Das innovative Konzept, das hinter Fast-Slow-Food steht, kommt an: Hochwertige Speisen aus regionalen Produkten – schnell verfügbar.

Simpel gehalten, sowohl im Design als auch im Konzept. Mit den Rohren und Tischbeinen aus Metall ist das Lokal „industrial” angehaucht. Doch die Kombination mit Holz verleiht dem 40 Quadratmeter großen Lokal Gemütlichkeit. Das Herz, die Küche, steht mitten im Raum. „Eine bewusste Entscheidung”, sagt der passionierte Self-Made-Koch. „Ich habe nichts zu verbergen, bei mir wird alles frisch zubereitet.” Das Fleisch bezieht Oberzaucher von einer Metzgerei aus Völs und das Brot von einer Axamer Bäckerei. „Bewusst, nachhaltig, natürlich. Das ist mir wichtig.”

Banh Mi, Lemongras pulled pork und Bio Tofu steht auf der Menütafel aus Schiefer, die an der Wand über den Tischen hängt. Oberzaucher kredenzt jeden Tag zwei verschiedene Gerichte, eines mit Fleisch, ein vegetarisches. Die Küche ist dabei international. „Mein Fokus liegt auf dem Mittagsgeschäft. Ich koche aber auch für geschlossene Gesellschaften.” Da zaubert der Tiroler dann Drei-Gänge-Menüs. Mehr zu “Robo”, Lokal und Konzept auf der Hompage von Fast-Slow-Food.

 

Tirolermadl: S’ Ladele ums Eck

Tante Emma 2.0: Eine coole Mischung aus Bauernladen und Reformhaus.

Geschäftslokal von Tirolermadl

Tanja Vogt führt ein Fachgeschäft für natürliche Ernährung am Wiltener Platzl. Foto: Tirolermadl

Tanja Vogt ist so aufgewachsen, wie man es sich landläufig bei einem Tiroler Madl vorstellt. Bodenständig, naturverbunden, traditionsbewusst. „Ich war viel draußen unterwegs, habe mit meiner Oma Marmelade eingekocht und ihr bei der Gartenarbeit geholfen”, erzählt die Tirolerin. Das Thema Ernährung hat sie dann auch während ihres Sportmanagementstudiums begleitet.

Doch eines vermisste sie in Tirol: Die kleinen, persönlichen Läden mit einem individuellen Angebot und natürlichen, hochwertigen Produkten. Gibt’s nicht? Gut, dann schaffe ich ihn mir eben selbst, dachte sich die junge Frau und sperrte im August letzten Jahres ihr Fachgeschäft für natürliche Ernährung auf. „Tirolermadl ist ein Remake des schnuckeligen Tante Emma Ladens. Eine Neuinterpretation des Reformhauses. Eine frische Alternative zu anonymen Supermärkten und digitalen Warenkörben”, beschreibt sie ihr Konzept.

Und das Konzept funktioniert. „Wir wachsen und werden immer bunter”, sagt Tanja und blickt sich im hellen Raum um. Die Produkte sind liebevoll präsentiert, auf Tischen, Regalen und sogar im Korb eines alten Fahrrades. Brot aus der Flasche, Einkorn-Vollkornnudeln aus Südtirol, Honig vom Mieminger Plateau oder Gonats (Dattel, Kokos, Vitaminmehl und Gesteinsmaterialien aus den Dolomiten), um nur einige zu nennen. Natürliche, für den Körper wertvolle Produke, die schmecken und schnell zubereitet sind. „Ich habe mittlerweile über 20 Lieferanten, die ich alle persönlich kenne.” Und persönlich ist auch die Beziehung zu ihren Kunden. Da wird erklärt, gezeigt und zum Probieren gereicht. Das Tirolermadl ist eben „s’ Ladele ums Eck”. Alle Infos gibt’s auf der Homepage vom Tirolermadl.

Das Atelier der Einzigartigkeiten

Zwei kreative Köpfe unter einem Dach – mit einzigartigem Ergebnis.

Elisabeth Trenkwalder (l.) und Mona Friedl-Oberhofer in ihrem Atelier der Einzigartigkeiten am Wiltener Platzl. Foto: Privat

Elisabeth Trenkwalder (l.) und Mona Friedl-Oberhofer in ihrem Atelier der Einzigartigkeiten am Wiltener Platzl. Foto: Privat

Schmückende Unikate. Mona Friedl-Oberhofer (Glasart) und Elisabeth Trenkwalder (Elster) haben sich zusammengetan und im Oktober letzten Jahres ein kleines Geschäft am Wiltener Platzl eröffnet. „Damit haben wir uns einen Traum erfüllt und Wilten ist als Standort super. Man spürt förmlich die Energie und Aufbruchsstimmung”, sind sich die beiden einig. Friedl-Oberhofer fertigt Objekte und Schmuck aus Glas, Trenkwalder Skulpturen aus Papier, Seide, Gips sowie Schmuck aus Metall. Das Geschäftslokal ist liebevoll dekoriert, die Säulen, Kästen und Materialien, die es dafür braucht, bauen sich die Frauen selbst. Alle drei, vier Monate wird komplett neu gestaltet. Das Motto fürs Frühjahr: Pastell. Darüber hinaus bietet das Atelier der Einzigartigkeiten auch anderen Künstlern die Möglichkeit, auszustellen.

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