Facharbeitermangel in Tirol: „Es ist total verrückt!“

Koch bei der Arbeit

Der Facharbeitermangel trifft auch Tirols Unternehmen hart. Foto: iStockphoto

 

Die richtigen Stellen mit den richtigen Leuten zu besetzen scheint in Tirol schwieriger zu sein denn je. Immer mehr Facharbeiter-Stellen bleiben einfach unbesetzt. Der sogenannte Mismatch ist in Tirol längst Alltag, sagt auch WK-Vizepräsident Martin Felder. Ein möglicher Ausweg aus dem Facharbeitermangel sieht er in der bedarfsorientierten Qualifizierung.

„Angesichts der Arbeitslosenzahlen klingt das schon fast pervers. Doch es ist eine Katastrophe, Leute zu finden. Du kriegst niemanden. Das ist total verrückt“, weiß WK-Vizepräsident Martin Felder. Es sind nicht nur die Erfahrungen in seinem eigenen Unternehmen von denen er zu berichten weiß.

Der Facharbeitermangel ist auch in Tirol längst eine Tatsache und die aktuelle Studie der Wirtschaftskammer bringt die Dramatik auf den Punkt. Demnach sind 85 Prozent der Arbeitslosigkeit in Tirol strukturell bedingt. Der sogenannte Mismatch, also die Tatsache, dass die Qualifikationsanforderungen nicht mit dem „am Arbeitsmarkt angebotenen“ Qualifikationsprofil zusammenpasst, wird immer augenscheinlicher.

Lehrlingszahlen machen keine Hoffnung

“Verrückt” ist auch, dass sich der Facharbeitermangel angesichts der arg ernüchternden Lehrlingszahlen auch in Zukunft fortzusetzen droht. Der Mismatch, die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt, wird somit noch größer werden. „So schlecht wie heuer war es überhaupt noch nie“, blickt Felder zu den unbesetzten Lehrlingsstellen und fordert ein rasches Umdenken der Bildungspolitik in Richtung bedarfsorientierte Ausbildung und Qualifizierung: „Es gilt, in Zukunft ganz neue Wege zu beschreiten. Wenn es uns nicht gelingt, das Rad herumzureißen, dann wird es ganz schwierig für den Standort. Die Jugendlichen müssen ihrem Talent entsprechend den richtigen Ausbildungsplatz bekommen. Das ist die Kunst. Es ist ein harter Kampf.“

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