Speckbacher: Von der Dampfbäckerei zum Logistikprofi

„Weil man Vertrauen nicht kaufen kann.“ Seit 110 Jahren steht das Reuttener Familienunternehmen für regionale Qualität. Doch auch für die Zukunft hat der Traditionsbetrieb viel vor.

„Wie immer?”, fragt der Mann auf dem Beifahrersitz des 14-Tonners von Eurogast Speckbacher. „Wie immer”, antwortet sein Kollege hinter dem Lenkrad. Die beiden Männer steigen aus dem Fahrzeug, laden mit ein paar geübten Griffen die Waren ab, schnappen sich den Schlüssel fürs Lager des Drei-Sterne-Hotels im Tannheimertal und räumen die Produkte an den dafür vorgesehenen Platz.

„Weil man Vertrauen nicht kaufen kann.” Der Slogan des Tiroler Traditionsbetriebes Speckbacher ist mehr als nur ein Lippenbekenntnis. Das Vertrauen zwischen den Mitarbeitern des Unternehmens und ihren Kunden ist in Jahren und Jahrzehnten der Zusammenarbeit entstanden und gewachsen. Und es ist ein Grundstein für den Erfolg des Betriebes, der kürzlich 110-jähriges Jubiläum feierte.

Von Alois Speckbacher als Reuttes erste Dampfbäckerei gegründet, hat sich das Unternehmen während des Ersten Weltkrieges auf den Handel mit Lebensmittel spezialisiert. „Mit dem Aufkommen des Tourismus verlegten wir den Fokus auf die Gastronomie”, erzählt Andrea Speckbacher, die das Unternehmen mit Bruder Peter in vierter Generation führt. „Wir beliefern rund 1.000 Kunden alleine in der Gastronomie. Vom Würstelstand über die Betriebskantine bis hin zum Fünf-Sterne-Haus.”

Eigener Fuhrpark

Geliefert wird mit eigenem Fuhrpark. „Unsere Mitarbeiter parken die Roll-Combi nicht einfach vor der Tür, wir bieten unseren Kunden einen Einräumservice. Das sind Dinge, die man nicht an Fremdfirmen auslagern kann.” Und das sind die Dinge, die den Unterschied aus- und Eurogast Speckbacher zu einem Zustellprofi machen. „Produkte für Almen und Hütten sind eine große Herausforderung. Abstimmung mit Helikopterflügen, Verpackung, Tiefkühl-, Milch- und frische Waren. Da braucht es viel Kompetenz, Erfahrung und Wissen im Umgang mit Lebensmitteln”, sagt Speckbacher.

“Wir liefern mit eigenem Fuhrpark und bieten unseren Kunden viele zusätzliche Services, etwa einen Einräumservice.”

Andrea Speckbacher

An der Wand hinter der Unternehmerin hängen Fotografien in Schwarz-Weiß. Das Speckbacherhaus, damals noch im Ortszentrum von Reutte angesiedelt. Doch im Laufe der Zeit platzten Haus und angrenzendes Lager aus allen Nähten und so baute Kurt Speckbacher im Reuttener Großfeld nahe dem Bahnhof ein neues Betriebsgebäude.

Speckbacher

1905 als “Erste Außerferner Dampfbäckerei” gegründet, hat sich Eurogast Speckbacher zu einem Zustellprofi für Lebensmittel entwickelt. Foto: Speckbacher

11.000 Artikel, viele davon von heimischen Produzenten (dafür gab es kürzlich die „Bewusst Tirol”-Auszeichnung). 9.500 Quadratmeter bebaute Fläche. Ein 3.000 Quadratmeter umfassender C+C-Abholmarkt, der in den kommenden zwei Jahren modernisiert wird und künftig zum Verweilen und Genießen einlädt. Ein eigener Fuhrpark. 64 Mitarbeiter. Zahlreiche Kunden im Bezirk, dem Allgäu und Kleinwalsertal. Das sind imposante Zahlen. Aber ein Betrieb kann nicht 110 Jahre lang erfolgreich sein, wenn er in seiner Entwicklung stehenbleibt.

Mit den Entwicklungen der Zeit mitgehen

„Du musst immer auf dem neuesten Stand sein. Auch technisch”, sagt Speckbacher und fügt lachend hinzu: „Denn auch in der Lebensmittelbranche hat die Technik Einzug gehalten.” In der Hand hält die junge Unternehmerin einen Best Friend, das mobile Bestellsystem der Eurogast Gruppe. Der Kunde geht mit dem Handscanner durch sein Lager, scannt die Produkte, gibt die gewünschte Menge ein und schickt den Auftrag mit einem Knopfdruck ab. Dann landet die Bestellung ohne komplizierte Zwischenschritte auf dem Gerät der Speckbacher-Mitarbeiter im Lager.

Mitarbeiter, Lager, Speckbacher

Eurogast Speckbacher beliefert zahlreiche Kunden in der Gastronomie. Foto: Speckbacher

Nicht nur viele Gastronomiebetriebe sind seit vielen Jahren Kunden des Reuttener Unternehmens, auch zahlreiche Mitarbeiter haben ihre Lehre schon im Unternehmen gemacht. „Die Lehrlingsausbildung hat bei uns eine lange Tradition, auch, weil es zunehmend schwieriger wird, Fachkräfte zu finden.” Besonders stolz ist Speckbacher darauf, einen von tirolweit zwei weiblichen Metzgerlehrlingen auszubilden. „In unserem Fleisch-Zerlegebetrieb können wir auf die Wünsche unserer Kunden eingehen. Doch dafür braucht es Fachpersonal”, betont die Unternehmerin und durchquert das Lager in Richtung Abholmarkt.Und während die Mitarbeiterinnen an den Kassen die Waren scannen, fährt der Lkw im Tannheimertal den nächsten Gatronomiebetrieb an.

 

110 Jahre Eurogast Speckbacher

 

» Weitere Informationen zum Reuttener Traditionsbetrieb Eurogast Speckbacher finden Sie auf der Homepage von Eurogast Speckbacher.

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