Polen wird als Handelspartner immer interessanter

Die Wirtschaft Polens ist auf stabilem, kräftigem Wachstumskurs – ein gutes Argument für Tiroler Unternehmen, Außenhandelsbeziehungen zu diesem aufstrebenden Markt aufzunehmen.

Die Ukraine-Krise und die Russland-Sanktionen der EU haben Polens Wirtschaft überdurchschnittlich stark getroffen. Dennoch: Die polnische Wirtschaft zeigte sich zuletzt sehr robust. Auch die Aussichten für die nächsten Monate sind überdurchschnittlich. Das könnte auch Österreichs Exporte nach Polen beflügeln. Aktuell gehen nur drei Prozent aller österreichischen Ausfuhren nach Polen: Waren im Wert von 3,84 Milliarden Euro. Tiroler Unternehmen exportierten im Vorjahr für 148,6 Millionen Euro nach Polen. Das waren nur 1,33 Prozent aller Exporte. Es besteht eindeutig noch Potenzial nach oben.

Die Voraussetzungen sind nicht schlecht: Polen wuchs 2014 solide um 3,4 Prozent. Heuer und im nächsten Jahr soll ein Wachstum zwischen 3,5 und 3,8 Prozent erreicht werden.Die Inflationsrate lag 2013 bei 0,9 Prozent, im Vorjahr sogar nur noch bei 0,1 Prozent. Der Zloty verhielt sich 2014 sehr stabil zum Euro. Die Bauwirtschaft sollte nach dem ausgesprochen schlechten Jahr 2013 wieder besser laufen, zumal ab 2015 die ersten EU-geförderten Projekte auf den Markt kamen.

Exporte nach Polen legen kräftig zu

Österreichs Unternehmen werden in Polen als erfahrene und gute Geschäftspartner geschätzt, sagt Wirtschaftsdelegierter Karl Schmidt vom AußenwirtschaftsCenter Warschau. Die österreichischen Exporte nach Polen stiegen im ersten Halbjahr 2015 erneut kräftig um 15,2 Prozent. Vor allem Maschinen und Fahrzeuge (z. B. Motoren mit einem Plus von 42,8 Prozent), pharmazeutische Produkte (+20 Prozent), Möbelbeschläge (+18 Prozent) oder Metallwaren (+7 Prozent) waren in Polen gefragt. Auch Möbel (+2,1 Prozent), Lederwaren (+94 Prozent), sowie Bekleidung (+116,4 Prozent) machen einen wachsenden Teil der heimischen Exporte aus.

Der traditionelle österreichische Handelsbilanzüberschuss betrug im Halbjahr immerhin 690 Millionen Euro. Die österreichischen Bezüge aus Polen wuchsen bis Ende Juni 2015 ebenfalls gut und erreichten 1,44 Milliarden Euro (+14,7 Prozent). Österreich importierte vor allem Kraftfahrzeuge, fossile Brennstoffe und Nahrungsmittel. Neben dem Warenhandel entwickelt sich auch der Dienstleistungsaustausch sehr positiv. Durch Projektentwicklungen und Finanzierungen kommen auch österreichische Architekten, Bauingenieure und Konsulenten zum Zuge, in gewissem Umfang auch IT-, Transport- und Montagefirmen.

Plus auch im Tourismus

Erfreulich ist auch die Zunahme im Reiseverkehr. Vor allem für den Wintersport gilt Österreich bei vielen Polen als bevorzugte Destination, durch erfolgreiche Werbung gibt es auch im Sommer gute Steigerungen. Von Jänner bis Juli 2015 sind 298.000 polnische Touristen und Geschäftsleute nach Österreich gereist, ein Plus von mehr als 7,8 Prozent. Bei den Nächtigungen belegt Polen mit 1,2 Mio. den achten Platz in der Gästestatistik.

„Ich rate, sich einen Partner in Polen zu suchen, der den dortigen Markt und die Mentalität der Bewohner kennt.“

Bernhard Zangerl

Erfolgreich auf dem polnischen Markt ist u. a. der Lackerzeuger Adler in Schwaz: „Wir haben schon vor zehn Jahren eine eigene Tochterfirma in Polen aufgebaut“, berichtet Bernhard Zangerl, bei Adler zuständig für diesen Markt. Mittlerweile sind in der polnischen Adler-Tochter schon 50 Mitarbeiter tätig. Adler könne in Polen mit Produktqualität und hoher Serviceorientierung punkten, obwohl viele europäische Konkurrenten ebenfalls in Polen aktiv wurden. Die Schwazer haben vor allem klein- und mittelständische Kunden angesprochen, was sich als richtig erwiesen hat. Zangerl rät exportierenden Unternehmern, sich einen Partner im Exportland zu suchen, der den dortigen Markt und die Mentalität der Bewohner kennt.

Infrastruktur als Erfolgsbranche

Auch die ILF Consulting Engineers ist seit vielen Jahren erfolgreich in Polen tätig und hat in Warschau eine 200-Mitarbeiter-Niederlassung mit Schwerpunkten in den Bereichen Energie, Öl & Gas, Wasser und Infrastruktur. Polen hat in den letzten Jahren massiv in jegliche Art von Infrastruktur investiert und wird dies auch weiter tun, sagt ILF-Geschäftsführer Alexander Speckle: „Besonders hervorzuheben sind die motivierten und sehr gut ausgebildeten lokalen Arbeitskräfte. Auf der anderen Seite herrscht ein extrem großer Wettbewerb durch lokale, aber auch internationale Firmen.“

 

» Weitere Informationen: Abteilung für Außenwirtschaft

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