Seilbahntag: Das Wunder von Nauders

Der Seilbahntag 2015 stand ganz im Zeichen von Nauders. Nach dem Vollbrand wurde die Talstation in nur sieben Wochen neu aufgebaut. Obmann Franz Hörl spricht im Interview über den anstehenden Saisonstart und seine Wünsche für die Zukunft.

“Als ich am Tag nach dem Brand gesagt habe, wir werden pünktlich aufsperren, haben sich viele gedacht, der Pfeifer ist ja nicht ganz richtig im Kopf. Aber wir werden es schaffen: Wir werden am 11. Dezember in Betrieb gehen!“, sagte ein stolzer Heinz Pfeifer, GF der Bergbahnen Nauders, beim Treffpunkt Seilbahnen Anfang Dezember in der WK Tirol und erntete dafür den Applaus der Seilbahner aus ganz Tirol.

Applaus, den Pfeifer post-wendend an alle Lieferanten, an die am Bau beteiligten Firmen, die Gemeinde und Seilbahner aus ganz Tirol zurückgab. „Es war un-glaublich, welche Welle der Solidarität wir erfahren haben. Wildfremde haben uns ihre Hilfe angeboten und bei unseren Lieferanten wurde Unmögliches möglich gemacht und wir können mit nur einem Tag Verspätung aufsperren. Dafür an alle ein herzliches Dankeschön!“

 

wirtschaft.tirol INTERVIEW

Franz Hörl: “Seilbahnen sind startklar”

Franz Hörl Portrait 2013Franz Hörl, Sprecher der Seilbahnen und Touristiker ist stolz auf die Leistungen der Branche und auf den Spitzenplatz, den Tourismus und Seilbahnen im globalen Vergleich nicht nur halten, sondern sogar ausbauen konnten.

wirtschaft.tirol: Der Winter hat begonnen, eine neue Saison steht ins Haus. Mit welchen Emo-tionen gehen Sie, geht Ihre Branche in diesen Winter?

Franz Hörl: Sowohl die Touristiker als auch die Seilbahnen haben auch heuer wieder kräftig investiert. Die Seil-bahnen 330 Millionen, die Tourismuswirtschaft über 600 Millionen. Das heißt, wir haben unsere Hausaufgaben wieder einmal gemacht und sind bereit für einen gelungenen Winter. Mit diesen Investitionen sichern wir in Tirol unsere Spitzenposition in einem globalen Markt der durchaus umkämpft ist. Dennoch gelingt es uns trotz immer wiederkehrender Unkenrufe jährliche Steigerungsraten zu realisieren.

 

Dabei heißt es doch, dass die Skifahrer aussterben?

Wenn dem so ist, dann nicht bei uns. Nein, ganz im Ernst: Wenn ein Marktumfeld umkämpft ist, dann setzen sich eben jene durch, bei denen PreisLeistung passen. Und bei uns in Tirol und in ganz Österreich stimmen der Preis und die Leistungen.

Dabei heißt es doch immer wieder, Skifahren sei bei uns so teuer.

Skifahren, und Wintersport im Generellen, waren nie billig. Winterurlaub kann man dennoch in jeder Preisklasse machen und auch genießen! Dennoch, gibt uns der Markt recht. Viele Seilbahnen erzielen auf diesem internationalen Markt einen guten Preis und sind dennoch günstiger als der internationale Mitbewerb. Dafür will ich mich nicht entschuldigen müssen. Andere Branchen sind sogar stolz auf derartige Leistungen. Und für die Einheimischen Familien und Skifahrer gibt es zum einen die Einheimischen-Tarife, die wir trotz internationalem Druck verteidigen konnten und zum anderen Verbundtickets, die neben Seilbahnen auch Eislaufplätze, Hallenbäder, Freibäder, Museen und dergleichen jahresdurchgängig anbieten. Mich ärgert hier besonders, dass bei der jährlich wiederkehrenden Preisdebatte immer die teuersten und exklusivsten Skigebiete herangezogen werden, um dann zu verkünden, dass Skifahren so teuer sei… Würde man das Hotel Cipiriani in Venedig für Mit-telmeer-Urlaub als Basis heranziehen, dann könnte man auch sagen, dass Urlaub an der Adria teuer ist. Beides ist nicht seriös und daher abzulehnen!

Dann wäre noch das Damoklesschwert des Klimawandels…

Der Klimawandel ist sicher nicht zu leugnen. Fakt ist dennoch, dass die Winter auf den heimischen Bergen in den letzten 45 Jahren kälter geworden sind. Das belegen die Messdaten der ZAMG. Wärmer sind die Sommer geworden. Für uns bedeutet das, die Sicherheit in einen Wirtschaftszweig mit Zukunft zu investieren, der enkel-sicher ist!

Wie bewerten sie die Struktur der heimischen Bergbahnen?

Die meisten Betriebe gehören Un-ternehmerfamilien oder Körperschaften und sind daher keine Cash-Cows für Investoren. Daher ist die Branche bei uns eine grundsolide mit viel Potenzial in alle Richtungen!

Ihr Wunsch für die Zukunft?

Dass wir bei not-wendigen Erneuerungen, Zusammenschlüssen und Ver-bindungsprojekten schneller weiterkommen und dass den Seilbahnen und der Tourismuswirtschaft die Freude an der Arbeit erhalten bleibt.

 

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