Für die Fisch

KOMMENTAR

Ein Fischlift um 4,7 Millionen Euro – da geht die Vernunft baden.

Ich bin kürzlich beim Fischlift des TIWAG-Kraftwerks Prutz-Imst vorbei geflogen. Mannomann! Eine Hyper-Mega-Aufstiegshilfe für die Forellen des 21. Jahrhunderts. Die Fische werden beim Wehr Runserau siebzehn Meter nach oben befördert und müssen nicht einmal selbst schwimmen. Und dann habe ich eine Zahl gehört. Da musste ich landen: 4,7 Millionen Euro.

4,7 Millionen Euro! Das sind bitte: 4.700.000 Euro. Habt ihr die Nullen im Auge? Für die etwas älteren Semester unter euch: Das waren einmal schlanke 64 Millionen Schilling. Für die Fisch!? Wenn man mit einem Fischereiexperten redet, bekommt man ganz interessante Auskünfte: Die Flussstrecke vor dem Fischlift entspricht genau der eines üblichen Fischreviers zwischen sechs und zehn Kilometern Länge. Für den Besatz eines derartigen Abschnittes muss man nach der aktuellen Preisliste des Forellenzuchtverbandes mit 4.800 Euro pro Jahr rechnen. Damit kann man dieses Revier ökologisch sinnvoll und naturnah bewirtschaften. Anstatt einen Lift um 4,7 Millionen zu bauen, hätte man diese Strecke für die nächsten 979 Jahre auf diese Weise bewirtschaften können. Hoffentlich kommt keiner drauf, eine der gelifteten Forellen zu fischen, denn das sind inzwischen Goldfische mit einem Stückpreis von ein paar Tausend Euro.

Und erzählt mir jetzt bitte nicht, das hätte genau so luxusmegamäßig sein müssen. Egal ob die Vorschrift vom Bund, von der EU, von der UNO oder von der NASA gekommen ist – wer dieses Ding bei uns Raben allen Ernstes gebaut hätte, aus dem hätten sie Fischmehl gemacht. Übrigens: Da es ein TIWAG-Kraftwerk ist und damit praktisch öffentlich, habt ihr alle diesen tollen Lift mit eurem Geld finanziert. Petri heil!, meint

Euer Rabe

 


Schreiben Sie dem Raben: der@rabe.co.at

Zum Archiv www.rabe.co.at

 

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