Austrian Engineering

KOMMENTAR

Wirtschaftspolitik ist solide Handarbeit. Sollte sie zumindest sein.

“German Engineering”, also deutsche Ingenieurskunst, war bis vor kurzem ein geflügeltes Wort, das sich prächtig im Marketing auf der ganzen Welt einsetzen ließ. Seit dem VW-Desaster ist das anders. Im Nachhinein wirken die amerikanischen Werbespots, die VW-Ingenieuren Flügel wachen ließen und in jedem dritten Satz das Wort “German Engineering” verpackten, geradezu skurril. Wie diese Geschichte weitergeht, ist noch offen. So viel ist jedenfalls klar: Der ehrliche Umgang mit Kunden ist durch nichts zu ersetzen. Das wissen eure Tiroler Betriebe und setzen seit Jahren erfolgreich darauf.

“German Engineering” ist aber nicht gänzlich schief gegangen. Bei anderen Autobauern nicht und auch nicht in der deutschen Politik. Besonders die Wirtschaftspolitik ist im Grunde nichts anderes als “Engineering”: Es gibt größere und kleinere Stellschrauben, die es zu justieren gilt. Wurde nicht nur alibihalber daran gedreht, sondern mit Know-how und Weitsicht, dann läuft der Wirtschaftsmotor. Das hat die deutsche Politik bislang professionell gemacht. Mit niederen Lohnnebenkosten, einer Schlankheitskur für staatliche Ausgaben und einem vernünftigen und zielsicheren Augenmaß bei allen Sozialleistungen. Mit diesem Tuning sind eure nördlichen Nachbarn nach wie vor die Konjunkturlokomotive in Europa.

Und bei euch? Da ist das politische “Austrian Engineering” eher eine gefährliche Drohung als ein Erfolgsmodell. Obwohl der Wirtschaftsmotor stottert, wird nur an den kleinen Schräubchen herumgedreht, anstatt überfällige Reparaturen durchzuführen. Auf Dauer führt das zu einem veritablen Motorschaden – und den kann doch keiner ernsthaft wollen, meint

Euer Rabe

 


Schreiben Sie dem Raben: der@rabe.co.at

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