Parkraumkonzept vergrault Gäste!

Eine Befragung zeigt: Weniger Frequenz, weniger Umsatz und ein Abwandern von Stammtischen. Das neue Parkraumbewirtschaftungskonzept schadet der Innsbrucker Gastronomie.

Vor einem Jahr wurde das neue Parkraumbewirtschaftungskonzept umgesetzt – trotz Einsprüchen von Seiten der Wirtschaft. Ein Jahr später wurde evaluiert. Doch das geschah weder durch eine objektive Stelle, noch wurden die Anregungen und Forderungen der Unternehmer aufgenommen.

„Um die Probleme aufzuzeigen, haben wir 347 Gastronomie- und Freizeitbetriebe befragt“, erklärt WK-Bezirksobmann Karl Ischia. „Knapp 80 Prozent stellen einen Rückgang an Gästen, und gut 52 Prozent Umsatz-einbußen fest“, nennt Ischia die Ergebnisse. Und den Grund dafür sehen knapp 91 Prozent im so genannten Parkraumbewirtschaftungs-konzept Neu.

Parkzeit zu kurz, Kosten zu hoch

„90 Minuten sind viel zu kurz, um sich gemütlich einen Film anzuschauen oder ein Abendessen zu genießen. Das geht sich nicht aus. Und wer will schon zwischendurch auf die Straße eilen, um sein Auto umzuparken?“, fragen Josef Hackl, Obmann der Gastronomie, und Klaus Plank, Unternehmer sowie Sprecher der Altstadtgastronomie. „Genau. Keiner!“ Den Betrieben kommen vor allem die Stammgäste abhanden. „Viele Stammtische lösen sich auf oder wandern ab.“

Doch auch für die Mitarbeiter ergeben sich Mehrkosten. „Sie müssen im Monat rund 150 Euro für Parkgebühren zahlen. Das geht sich vor allem für Teilzeitmitarbeiter hinten und vorne nicht aus. Viele Betriebe versuchen, einen Teil bei-zusteuern. Doch einige haben bereits Mitarbeiter verloren, oder mussten Mitarbeiter ab-bauen“, weiß Hackl.

Stadt schadet sich selbst

Parken in Innsbruck wurde teurer, die Parkdauer aus-geweitet und die Parkzeit verkürzt. „Schlimmer hätte es die Politik nicht machen können. Damit vergrault sie die Gäste aus der Innenstadt“, betont Hackl. Die drei Unternehmer sind sich einig: Diese Situation ist untragbar. Die Politik muss den Betrieben entgegenkommen. Wenigstens die Parkdauer muss auf 180 Minuten ausgeweitet werden. „Nicht nur die Gastronomiebetriebe machen weniger Umsatz, sondern in weiterer Folge auch die Stadt. Es schadet dem gesamten Wirtschaftsstandort Innsbruck. Mit diesem Konzept schneidet sich die Stadt ins eigene Fleisch“, so Ischia.

parkraumkonzept innsbruck

BU: Kämpferisch: Klaus Plank, Karl Ischia, Josef Hackl und Matthias Pöschl (v. l.) zeigten die massiven Nachteile für die Gastronomiebetriebe auf. Foto: WKT

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