Betriebsübergabe „war ständiges Wechselspiel der Gefühle“

Eine Betriebsnachfolge ist Chance und Risiko zugleich. Eine gute Vorbereitung ist deshalb das Um und Auf, sagt Unternehmer Markus Zanier aus Lienz.

Wie mache ich es richtig? Wann fange ich mit der Planung an? Die Erfahrungen einer erfolgreichen Betriebsübergabe erzählte der Geschäftsführer der Zanier Sport GmbH in Lienz, Markus Zanier, im Gespräch mit der Tiroler Wirtschaft.

wirtschaft.tirol: Herr Zanier, wie ist es Ihnen bei der Betriebsnachfolge ergangen?

Zanier: Wenn ich ganz ehrlich bin, war es ein ständiges Wechselspiel der Gefühle. Man wechselt oft zwischen super euphorisch und dann wieder am Boden zerstört. Es gab einfach so viele tolle, inspirierende Momente, die sich mit frustrierenden und wirklich herzzerreisenden abgewechselt haben. Ich sehe es als Erfolg, dass die Übergabe in unserem Unternehmen funktioniert hat. Andere schaffen das leider nicht.

Wann haben Sie angefangen, die Betriebsnachfolge zu planen?
Ich war zu der Zeit gerade in Frankfurt bei einer Unternehmensberatung tätig. Mein Vater und ich diskutierten, ob wir es schließlich angehen sollten und dass es langsam Sinn machen würde, da mein Vater kurz vor dem 60. Geburtstag stand. Im Nachhinein betrachtet wäre ein wenig mehr Planung gut gewesen.

Welche Probleme sind aufgetreten?

Mir war nicht bewusst, wie behutsam manche Prozesse angegangen werden müssen. Familienbetriebs-Übergaben sind sicher an sich schon Pulverfässer. Ich habe den unternehmerischen Drang meines Vaters geerbt, aber nicht seine Diplomatie. Hätte ich ein wenig diplomatischer, gleichzeitig aber genauso zielstrebig agiert, wäre einiges leichter gewesen.

Welchen Tipp haben Sie an alle, die bald nachfolgen oder übergeben wollen?

Ein guter Notar, ein guter Steuerberater und ein gutes Team innerhalb des eigenen Unternehmens. Darüber hinaus braucht es Leidenschaft, Nerven und eine dicke Haut. Man sollte sich auch nicht schämen, einen Mediator einzusetzen. Es wird immer Themen geben, bei denen das Sinn machen wird jemanden von außerhalb der Firma und der Familie zu beziehen. Ich denke was auch hilft ist das Unternehmen nicht über alles zu stellen. Meine Eltern und ich hatten die Vereinbarung getroffen, dass wir das Unternehmen verkaufen, bevor wir uns familiär zerstreiten. Das ist die Reißleine, die sich alle vor Augen halten.

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