Achtung Kanada-Exporteure! Ohne REX wird’s ab Jänner teuer

Tiroler Unternehmen, die Waren nach Kanada exportieren, benötigen ab 1. Jänner den Status eines „Registrierten Ausführers“ (REX). Ein rechtzeitiger Antrag ist wichtig, sonst gehen Zollvorteile verloren.

Seit 21. September 2017 ist das Handelsabkommen CETA zwischen der Europäischen Union und Kanada vorläufig anwendbar. Das Abkommen bietet viele Vorteile, allerdings erfordert es zum Teil auch rechtzeitiges Handeln. So sollten sich Tiroler Firmen, die Waren europäischen Ursprungs nach Kanada exportieren, im so genannten REX-System der EU registrieren lassen. Achtung: Unternehmen, die das versäumen, verlieren ab 1. Jänner 2018 alle Zollpräferenzen, die sonst nutzbar wären. Das kann teuer werden.

Der Hintergrund: CETA ist das erste bilaterale Abkommen, in dem die Anwendung des „Ermächtigten Ausführers“ (EA) nicht vorgesehen ist. In einem Übergangszeitraum bis zum 31. Dezember 2017 dürfen „Ermächtigte Ausführer“ noch ihre EABewilligungsnummer für die CETA-Ursprungserklärung anstelle der REX-Nummer verwenden.

Unbedingt rechtzeitig den Antrag stellen

Das ändert sich aber per 1. Jänner: Dann müssen Exporteure, die Waren im Wert von über 6.000 Euro nach Kanada versenden, im REX-System registriert sein, wenn sie Zollpräferenzen nutzen wollen. Den Antrag sollten Tiroler Kanada-Exporteure recht zügig stellen, rät Mario Mitterer von der Abteilung Außenwirtschaft der Tiroler Wirtschaftskammer.

Verbindlich für den Antrag ist die Verwendung des elektronisch ausfüllbaren Formulars Nr. Za278, das in der Formulardatenbank des Finanzministeriums online zur Verfügung steht. Der Antrag ist auszudrucken und unterschrieben dem zuständigen Zollamt zu übermitteln.

Ist der Antrag vollständig, vergibt das Zollamt eine REX-Nummer (Format in Österreich: ATREX Dxxxxxx) und erfasst die Daten im REX-System der EU. Vom zuständigen Zollamt erhält der Exporteur eine Mitteilung über die Registrierung mit seiner REXNummer und dem Datum, ab dem die Registrierung gültig ist. Die REX-Nummer ist dann in der übermittelten Form und festgelegten Schreibweise in der Ursprungserklärung anzugeben.

Die Registrierung ist ganz einfach

Angst vor übergroßer Bürokratie ist unberechtigt, sagt Mitterer. Das kann auch Hansjörg Gasteiger-Janovsky, Manager Transport Logistics & Customs Handling beim Hörimplantate-Hersteller Med-El in Innsbruck, bestätigen: „Die Registrierung war einfach, es hat alles tadellos funktioniert.“ Für Med-El ist der kanadische Markt durchaus von Bedeutung: „Wir exportieren sehr viel nach Kanada“, sagt Gasteiger.

Er wünscht sich außerdem, dass die so genannte „diagonale Kumulierung“ funktioniert, dass etwa Med-El bestimmte Komponenten, die es aus der Schweiz bezieht, mit Zollpräferenz nach Kanada exportieren kann. „Uns betrifft das vor allem bei Ersatzteilen“, sagt Gasteiger.

An und für sich sollte diese diagonale Kumulierung schon funktionieren. Allerdings haben die einzelnen Staaten ihre Ursprungsregeln noch nicht vereinheitlicht, sodass es hier nach wie vor hakt.

Weitere Informationen befinden sich auf der Homepage des Finanzministeriums unter www.bmf.gv.at (Zoll > Für Unternehmer > Ursprung und Präferenzen > Registrierter Ausführer (REX) ).

 

CETA: Abkommen der EU mit Kanada
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